In einem Interview mit Cyclingnews spricht Adam Yates offen über den enormen Leistungsanstieg im modernen Profiradsport. Selbst persönliche Bestwerte reichen heute oft nicht mehr aus, um Rennen zu gewinnen. Besonders die junge Generation sorgt dafür, dass das Niveau im Peloton Jahr für Jahr weiter steigt.
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| Wer ist Adam Yates? |
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Der Brite Adam Yates wird im August 34 Jahre alt. Während seiner Profikarriere fuhr er zwischen 2014 und 2020 für Orica GreenEDGE und dessen Nachfolgeteams, danach zwei Jahre für Ineos Grenadiers, ehe er 2023 zum UAE Team Emirates wechselte. Hier hat er nun einen Vertrag bis 2028. Eingesetzt wird er mittlerweile vorwiegend als Edelhelfer im Hochgebirge, der nicht auf eigene Ergebnisse fährt. Dennoch darf er auf eine äußerst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Er gewann unter anderem die Katalonien-Rundfahrt, die UAE Tour, die Tour de Suisse, die Tour de Romandie und die Deutschland Tour. Außerdem feierte er Etappensiege bei der Tour de France und der Vuelta a Espana. Sein Zwillingsbruder Simon Yates gewann im Vorjahr den Giro d’Italia, beendete aber noch vor Beginn dieser Saison überraschend seine Karriere. |
Adam Yates sieht immer höhere Leistungswerte im Peloton
Der Leistungsdruck im Profiradsport ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Fahrer berichten immer häufiger, dass sie persönliche Bestleistungen fahren und dennoch nicht ganz vorne landen. Auch Adam Yates hat diese Erfahrung gemacht. „Selbst letztes Jahr habe ich bei den meisten meiner Leistungswerte neue Rekorde aufgestellt. Ich würde sagen, es war eines meiner schlechtesten Jahre, aber von der Leistung her war ich stärker als je zuvor.“ Der Brite erklärt, dass er trotz neuer Bestwerte kaum Siege feiern konnte. Selbst bei Rennen, bei denen er starke Leistungsdaten fuhr, blieb der Erfolg aus, weil sich die Konkurrenten alle ebenfalls verbessert haben.
„Ich habe überall Leistungsrekorde gebrochen – und trotzdem nicht gewonnen.“
Adam Yates


Junge Fahrer setzen neue Maßstäbe
Ein Grund für die steigende Leistungsdichte ist laut Adam Yates die immer stärkere Nachwuchsgeneration. Junge Fahrer kommen heute bereits mit außergewöhnlich hohem Niveau in den Profisport. „Heute sieht man viele Junioren und U23-Fahrer nach oben kommen, und ihr Niveau ist schon unglaublich, unglaublich hoch.“ Der Profiradsport habe sich in den letzten Jahren stark professionalisiert. Nachwuchsfahrer trainieren strukturierter, achten früher auf Ernährung und nutzen moderne Trainingsmethoden. Dadurch erreichen viele schon in sehr jungen Jahren ein Leistungsniveau, das früher erst deutlich später möglich war.
„Ihr Niveau ist schon unglaublich, unglaublich hoch.“
Adam Yates
Sie werden immer professioneller und immer schneller
Auch außerhalb der Rennsaison hat sich der Sport verändert. Fahrer arbeiten inzwischen ganzjährig an ihrer Form, etwa durch Höhentrainingslager oder detaillierte Trainingsanalysen. Laut Adam Yates versuchen viele Athleten, selbst kleinste Leistungsreserven zu finden. „Die Fahrer versuchen dieses eine Prozent oder sogar nur 0,5 Prozent zu finden, das vorher noch gefehlt hat.“ Das führt dazu, dass das Niveau im Peloton weiter steigt und Rennen immer schwerer zu gewinnen sind. Für Adam Yates ist klar: Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und der Radsport könnte in zehn Jahren wieder ganz anders aussehen als heute.
'I was breaking power records left, right, and centre last year and still not winning' – Adam Yates on the harsh reality of keeping up in modern cycling's constantly improving peloton https://t.co/EUnUQuN8bl
— Cyclingnews (@Cyclingnewsfeed) March 11, 2026
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