Cadel Evans Great Ocean Road Race 2026: Tobias Lund Andresen [Decathlon CMA CGM] feiert seinen zweiten Saisonsieg. Der Däne hat sich auf dem Rundkurs in Geelong vor Matthew Brennan [Visma | Lease a Bike] und Brady Gilmore [NSN Cycling Team] durchgesetzt.

Andresen freut sich über den perfekten Einstand
Jubiläum beim Cadel Evans Great Ocean Road Race (CEGORR). Zum zehnten Mal wurde heute Nacht das australische Eintagesrennen mit Start und Ziel in Geelong ausgetragen. Nach 182,3 Kilometern auf durchaus welligem Terrain darf sich Tobias Lund Andresen [Decathlon CMA CGM] über seinen bereits zweiten Saisonsieg freuen. Der Däne konnte sich trotz des anspruchsvollen Profils im Sprint vor dem Briten Matthew Brennan [Visma | Lease a Bike] durchsetzen. Bereits bei der Tour Down Under vor wenigen Tagen feierten die beiden ihren ersten Saisonsieg. Damit darf sich Andresen über einen perfekten Einstand freuen. Erst zu Saisonbeginn wechselte der 23-Jährige vom Team Picnic PostNL zu Decathlon CMA CGM.
CEGORR: Auch Vorjahressieger Schmid hat attackiert
Obwohl das Ergebnis des diesjährigen Cadel Evans Great Ocean Road Race wie das Resultat eines klassischen Massensprints wirkt, verlief das Rennen deutlich unkontrollierter. Die gefürchtete Challambra-Passage musste mehrfach überwunden werden und provozierte Runde für Runde zahlreiche Attacken. Auch Vorjahressieger Mauro Schmid [Jayco AlUla] ging in die Offensive. Der Schweizer Meister konnte sich aber ebenso wenig lösen, wie Santiago Buitrago [Bahrain – Victorious]. Der Kolumbianer versuchte sein Heil in der Flucht gleich mehrfach. Doch für ihn war das Profil dann doch zu einfach.
Andresen entschied mit Cleverness das Rennen für sich
Schließlich wurde das Cadel Evans Great Ocean Road Race 2026 erst am letzten Hügel vorentschieden. Nach einem kräftezehrenden Ausscheidungsfahren blieben nur noch rund 20 Mann übrig. Da fast alle auf sich allein gestellt waren, konnte das Renngeschehen allerdings nicht beruhigt werden. Immer wieder hagelte es Attacken. Auf dem letzten Kilometer verlor Matthew Brennan [Visma | Lease a Bike] dann die Geduld. Als der Australier Luke Plapp [Jayco AlUla] angriff, schloss der Brite die Lücke. Im anschließenden Sprint um den Sieg verließen ihn dann aber die Kräfte. Tobias Lund Andresen [Decathlon CMA CGM] sagt Danke!
„Das war natürlich perfekt für mich. In so eine schwierige Situation kann man kommen. Vielleicht bin ich es beim nächsten Mal. Aber so war es ein perfektes Szenario für mich.“ (Tobias Lund Andresen)

Brady Gilmore wird starker Dritter
Etwas überraschend hat sich hinter den zwei großen Namen Brady Gilmore [NSN Cycling Team] aufs Podium geschlichen. Der Australier fuhr vergangene Saison noch für die Israel Premier Tech Academy und ist nun zu den Profis aufgestiegen. Im Alter von jetzt 24 Jahren feiert er jetzt den größten Erfolg in seiner Karriere.
Definitiv darf er damit zu unserem ersten FAHRER DES TAGES gekürt werden. Schon bei der Santos Tour Down Under bewies er vor wenigen Tagen seine Frühform. Auf den Etappen #4 und #5 sprintete er bei starker Konkurrenz jeweils auf Rang vier. Da er nicht nur endschnell ist, sondern auch gut über die Hügel kommt, liegt ihm das Profil des CEGORR natürlich sehr.

Red Bull – Bora – hansgrohe: Viele Kapitäne, kein Podium
In unserer Rubrik „Im Fokus“ begleiten wir bei Eintagesrennen – vor allem aber bei Rundfahrten – einzelne Teams und untersuchen die Gründe für das gute oder weniger erfolgreiche Abschneiden. Beim CEGORR haben wir besonders die Fahrer des deutschen Rennstalls Red Bull – Bora – hansgrohe beobachtet, weil sie mit mindestens drei potentiellen Kapitänen ins Rennen gestartet sind. Schlussendlich müssen sie sich mit Rang sechs für Laurence Pithie zufrieden geben. Anhand der vielen starken Fahrer im Aufgebot und der Tatsache, dass der Neuseeländer vor zwei Jahren hier siegreich war, sicher ein enttäuschendes Resultat.
In der Nachbetrachtung lässt sich dieses enttäuschende Ergebnis aber erklären. Als die entscheidende Attacke lanciert wurde, war mit Finn Fisher-Black der heute wohl stärkste Fahrer aus dieser Mannschaft mit dabei. Anschließend – rund zehn Kilometer vor dem Ziel – war er jedoch in einen Sturz verwickelt. Der Neuseeländer musste das Rennen mit Kopfschmerzen aufgeben. So war Teamkollege Laurence Pithie auf sich allein gestellt. Im Sprint hatte er die nötige Endgeschwindigkeit, um in den Kampf um den Sieg einzugreifen. Doch nach dem Angriff von Luke Plapp [Jayco AlUla] war er zu schlecht positioniert. Weiterhin enttäuschend verläuft die Saison allerdings für Danny van Poppel, der bereits bei der Tour Down Under aufgeben musste. Er hätte heute als Helfer an der Seite von Pithie den entscheidenden Unterschied machen können, fiel aber frühzeitig zurück.
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