Gianmarco Garofoli ist am heutigen Mittwoch im Training angefahren worden. Anschließend beging der Autofahrer Fahrerflucht. Der Profi der Mannschaft Soudal – Quick-Step berichtet davon in den Sozialen Medien.
Garofoli unter Schock
Es sind Worte, die wir immer wieder lesen müssen: Radfahrer von Auto angefahren. Als wäre das noch nicht schlimm genug, begehen die Autofahrer nicht selten danach Fahrerflucht. Genau dies ist Gianmarco Garofoli heute im Training passiert. Auf seinem Instagram-Account berichtet er ausführlich über den Unfall.
„Als würde mein Leben nichts zählen“
„Heute fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich wurde von einem Fahrerflüchtigen angefahren. Er kam mit über 100 km/h von hinten angerast, weit über dem erlaubten Limit. Ich war perfekt sichtbar, trug eine gelbe Weste und hatte ein blinkendes rotes Rücklicht eingeschaltet. Trotzdem hat er weder gebremst noch ist er ausgewichen. Er tauchte plötzlich hinter mir auf und traf mich mit dem Außenspiegel und der Front des Autos. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich heute wahrscheinlich nicht hier wäre, wenn er mich frontal erwischt hätte. Nach dem Aufprall fühlte ich mich hilflos, verletzlich und völlig ausgeliefert an etwas, das ich nicht kontrollieren konnte. Doch das Schlimmste war nicht nur der Zusammenstoß. Das Schlimmste war zu sehen, dass er nicht anhielt. Er flüchtete und ließ mich auf dem Asphalt zurück, als würde mein Leben nichts zählen.“
Irre Wendung: Er findet das Unfallauto
Verletzt und mental völlig unter Schock stehend, hat sich Gianmarco Garofoli wieder aufs Rad gesetzt. Zuvor fand er jedoch den zertrümmerten Außenspiegel des Unfallautos auf dem Boden liegen. Wie der Zufall es so wollte, kam es auf dem Weg zurück zum Hotel zu einer völlig irren Begegnung.
„Viele Blutergüsse auf der linken Körperseite“
„Der Zufall wollte es, dass ich auf dem Rückweg zum Hotel einen weißen Seat sah, der genau zu dem Auto passte, das mich angefahren hatte. Der Außenspiegel war kaputt. Es war derselbe, den ich wenige Minuten zuvor vom Boden aufgehoben habe. Ich rief sofort die Guardia Civil, die den Fall übernahm und den Fahrer identifizierte. Anschließend ging ich ins Krankenhaus. Zum Glück habe ich mir nichts gebrochen, nur viele Blutergüsse auf der linken Körperseite. Innerlich jedoch ist trotzdem etwas zerbrochen. Ich teile das nicht, um zu provozieren, sondern um daran zu erinnern, wie schutzlos wir auf der Straße sind und wie eine einzige Sekunde, eine falsche Entscheidung, ein ganzes Leben verändern kann. Heute ist es so. Morgen geht es weiter – mit ein bisschen mehr Angst, aber mit großer Dankbarkeit, noch hier zu sein.“
Garofoli stürzte schon bei Strade Bianche schwer
Die Worte von Gianmarco Garofoli machen betroffen. Er gewährt uns nach seinem schrecklichen Erlebnis einen Einblick in sein Seelenleben. Die Angst fahre künftig mit, sagt er. Man stelle sich vor, wir hätten bei unserer täglichen Arbeit eine ständig uns begleitende Angst – für mich unvorstellbar. Gleichzeitig macht er mit seinem Post aufmerksam auf ein grundsätzliches Problem: Die Radfahrer sind den Autos schutzlos ausgeliefert. Die gute Nachricht immerhin: Gianmarco Garofoli ist nicht schwerer verletzt. Vor einigen Monaten hatte er ähnlich viel Glück, als er beim Eintagesrennen Strade Bianche zu Fall kam und am ganzen Körper blutverschmiert war. Wenige Wochen später saß er wieder bei einem Rennen auf dem Rad …
-> Mads Pedersen muss operiert werden.

