Mit einer cleveren Attacke hat Harold Tejada die sechste Etappe von Paris-Nizza gewonnen. Der Kolumbianer konnte sich in der Abfahrt des letzten Berges aus der Favoritengruppe lösen und seinem Solo-Sieg entgegen fahren. In der Gesamtwertung kam es zu keinen Veränderungen auf den Top-Plätzen.
-> Bei Tirreno-Adriatico hat Michael Valgren die Etappe gewonnen.

Harold Tejada feiert bei Paris-Nizza seinen größten Erfolg
Wenn man sich bergauf nicht absetzen kann, dann versucht man es eben bergab. In der Abfahrt von der Côte de Saignon (4,1 km à 5,0 %) fasste sich Harold Tejada [XDS Astana] ein Herz und fuhr aus der Favoritengruppe heraus zum Etappensieg. Nur kurz zuvor wurden die beiden verbliebenen Ausreißer gestellt, die Teil eines Ausreißer-Quartetts waren. So feiert Harold Tejada – der bislang nur eine Etappe bei der Tour Colombia gewinnen konnte – den größten Erfolg in seiner Karriere. In der Gesamtwertung kam es nach 179,3 Kilometern von Barbentane nach Apt zu keinen bedeutenden Veränderungen.
Als kurz vor dem Ziel die Côte de Saignon (4,1 km à 5,0 %) absolviert werden musste, spannte sich Victor Campenaerts an die Spitze der Gruppe, um Kapitän Vingegaard zu schützen. Durch diese Tempoverschärfung wurden zwar die beiden verbliebenen Ausreißer eingeholt, aber auch der eigene Sprinter abgehängt. Axel Zingle fluchte wütend über den Funk. In diesem Moment verständlich, denn der hügelfeste Sprinter hätte die Etappe heute vielleicht gewinnen können.
Achten wir rückblickend aber auf die Fahrweise der Favoritengruppe über die Kuppe hinweg, wird klar: Für Axel Zingle hätte es heute auch nicht gereicht, wenn seine Teamkollegen nicht Tempo gefahren wären. Der Franzose hätte bei dieser Tempoverschärfung nicht am Hinterrad bleiben können.
Eine späte, aber sehr starke Ausreißergruppe um Joshua Tarling
Lange hat es heute gedauert, bis sich die Ausreißergruppe des Tages gebildet hat. Joshua Tarling [Ineos Grenadiers], Igor Arrieta [UAE – XRG], Steff Cras [Soudal Quick-Step] und Arthur Kluckers [Tudor] formierten erst nach rund 50 Kilometern eine kleine aber sehr gut besetzte Fluchtgruppe. Einen Vorsprung von mehr als zwei Minuten bekamen sie aber nicht gutgeschrieben. Vor allem die Mannschaften Cofidis und Visma | Lease a Bike verhinderten einen größeren Abstand. 37 Kilometer vor dem Ziel betrug der Vorsprung noch über eine Minute. Aus dem Hauptfeld heraus versuchte Søren Kragh Andersen [Lidl – Trek] mit einer Hauruck-Aktion zum Führungsquartett aufzuschließen – vergeblich. Derweil konnte Steff Cras [Soudal Quick-Step] seinen Begleitern nicht mehr folgen. So wurde aus dem Quartett ein Trio. Und das konnte sich lange wehren, da sich im Hauptfeld erst spät eine starke Allianz bildete. Erst Lidl – Trek mit durch die Führung gegangen ist, sank der Abstand und die Flucht wurde schließlich ca. fünf Kilometer vor dem Ziel an der Côte de Saignon (4,1 km à 5,0 %) beendet.
Viele Aufgaben auch auf der sechsten Etappe von Paris-Nizza
So beeindruckend die Leistungen der Profis bei Paris-Nizza 2026 auch sein mögen, so bitter endet die Rundfahrt für viele Fahrer frühzeitig. Denn auch heute konnten zahlreiche Fahrer nicht zur Etappe antreten oder sind während des laufenden Rennens ausgeschieden. Unter anderem sind der Schweizer Fabio Christen [Pinarello Q36.5], der Deutsche Niklas Märkl [Picnic PostNL], der Spanier Ivan Romeo [Movistar] und der Brite Oscar Onley [Ineos Grenadiers] nicht mehr mit dabei.
Morgen: Die Königsetappe muss schon wieder verändert werden
Schlechte Nachrichten für die Bergfahrer: Die Königsetappe von Paris–Nizza mit dem geplanten Ziel in Auron kann wegen winterlicher Bedingungen erneut nicht wie vorgesehen stattfinden – das dritte Mal in Folge. Wegen Minusgraden und erwarteten Schneefällen müssen die Organisatoren einen Notfallplan für die Etappe am Samstag vorbereiten. Streckendesigner Thierry Gouvenou erklärte, dass derzeit mit der französischen Regierung, der Regionalregierung und den betroffenen Gemeinden über eine Alternative beraten wird. Ziel sei es, eine komplette Absage des Rennens zu vermeiden. Wahrscheinlich wird die Etappe verkürzt und ein Zielort in einer niedrigeren Höhenlage gesucht. So könnte aus einer harten Bergankunft schlussendlich eine Sprintetappe werden.
🏆🇨🇴 Harold Tejada s’impose à Apt !
— Paris-Nice (@ParisNice) March 13, 2026
🏆🇨🇴 Harold Tejada wins in Apt!#ParisNice pic.twitter.com/FuuuQysjfX
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