Als Teenager hatte Daisy Zorzo ganz andere Träume. Sie wollte Tänzerin in einem Beyoncé-Video werden. Heute sorgt sie dafür, dass über 150 Fahrer und Mitarbeiter von GreenEDGE Cycling auf Hunderten von Rennen weltweit rechtzeitig ankommen. Ein Job, den sie nie geplant hatte, der aber perfekt zu ihr passt.
Vom Jugendtraum zur internationalen Arbeit
Aufgewachsen in Albizzate, einer kleinen Stadt nördlich von Mailand, interessierte sich Zorzo schon früh für das Zusammenspiel von Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Während die Tanzträume ihrer Jugend nicht Realität wurden, entdeckte sie ihre Leidenschaft für Organisation und Teamarbeit. Sie lernte, wie man Projekte strukturiert plant, Menschen koordiniert und unterschiedliche Aufgaben miteinander verknüpft. Fähigkeiten, die heute ihren Arbeitsalltag prägen.
„Ich wollte etwas Multikulturelles, mit viel Organisation – und genau das habe ich hier gefunden.“
Daisy Zorzo
Der Weg zum Radsport
Zorzo studierte Medien, Kommunikation und Wirtschaft, hatte aber keine formale Ausbildung in Logistik. Erste Erfahrungen sammelte sie bei lokalen Veranstaltungen und Musikfestivals in ihrer Heimat. Nach einigen Stationen in eher klassischen Jobs öffnete sich durch einen Zufall die Tür zum Profiradsport: Ein Bekannter empfahl sie für eine Stelle bei GreenEDGE Cycling. Schnell wurde klar, dass der Job genau das bot, wonach sie gesucht hatte: abwechslungsreiche Aufgaben, internationale Kontakte und ständige Organisation.
Der Zirkus: Ein ständiger Wechsel zwischen Rennen und Organisation

Seit 2022 ist Zorzo für die gesamte Logistik des Teams verantwortlich. Dazu gehören die Planung von Flugreisen, die Buchung von Hotelzimmern, die Koordination von Visa und die Organisation von Materialtransporten. Besonders bei großen Rundfahrten wie der Tour de France oder bei Klassikern, bei denen Fahrer und Betreuer ständig ein- und ausfliegen, ist Präzision gefragt. Selbst scheinbar kleine Details wie Zimmeraufteilungen, Allergien der Fahrer oder Parkplätze für die Fahrzeuge müssen berücksichtigt werden. Jede Veränderung im Zeitplan erfordert schnelles Handeln und umfassende Abstimmung mit allen Beteiligten. Zorzo vergleicht ihre Arbeit gerne mit einem fahrenden Zirkus: Alles muss gleichzeitig funktionieren, sonst drohen Verzögerungen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Francesca Vescovi und Teamkoordinator Vittorio Algeri sorgt sie dafür, dass das Team reibungslos von Rennen zu Rennen reisen kann. Dabei bleibt kaum Zeit für Ruhepausen, doch die Verantwortung und die Vielfalt der Aufgaben machen ihren Job besonders. „Wenn die Busse und Autos abfahren, kann ich ein wenig durchatmen“, sagt sie. Diese Momente der Erleichterung zeigen, dass ihre sorgfältige Planung den Erfolg des Teams direkt beeinflusst.
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1 Gedanken zu „So funktioniert die Logistik im Radsport“