Volta ao Algarve 2026: Über fünf Tage und 673,7 Kilometer führt die 52. Austragung der Volta ao Algarve em Bicicleta. Am Start stehen einige namhafte Profis, z. B. Joao Amleida, Florian Lipowitz und Juan Ayuso. Wir blicken auf die Etappenprofile, die Startliste und in die Vergangenheit.
-> Parallel läuft übrigens die Vuelta a Andalucia.

Volta ao Algarve 2026: Auf dem Fóia und dem Zeitfahrrad fällt die Entscheidung
Die Volta ao Algarve 2026 bleibt sich seiner Linie treu. Entscheidend für das Klassement werden am Ende Kletterfähigkeiten und Zeitfahrqualitäten sein. Nur wer beide Skills miteinander vereint, kann sich hier in Portugal den Gesamtsieg holen. Etappen für die Sprinter gibt es kaum. Nur am ersten Tag können sich die schnellen Männer sicher sein, dass sie den Tagessieg unter sich ausmachen. Tag #4 bietet eine weitere Möglichkeit, aber nur, wenn der hügelige Rennbeginn schadlos überstanden und die Fluchtgruppe anschließend eingeholt wird. Die restlichen Etappen – also #2, #3 und #5 – gehören ganz den Klassementfahrern. Entschieden aber wird die Volta ao Algarve 2026 bereits auf der zweiten und dritten Etappe, wenn die Bergankunft auf dem Fóia auf dem Programm steht und am Tag danach der Kampf gegen die Uhr.
Die Schlussetappe kann nur noch wenige Sekunden korrigieren
Die Bergankunft auf dem Fóia bei Monchique war in den vergangenen Jahren immer ein Indiz dafür, wer die Rundfahrt gewinnen kann und wer nicht. Da der Anstieg aber nur 8,8 Kilometer lang und im Durchschnitt 6,2 Prozent steil ist, können keine großen Abstände gemacht werden. Auch gute Puncheure bleiben hier oft bis zum Schluss am Hinterrad oder können sogar den Tagessieg erringen. Die zweite Etappe der Volta ao Algarve 2026 wird also bestenfalls eine erste Vorselektion herbeiführen. Die großen und bedeutenden Abstände folgen im Zeitfahren. Beim Kampf gegen die Uhr in Vilamoura messen sich die Profis auf einem 19,5 Kilometer langen Flachstück, welches den Spezialisten entgegen kommt. Normalerweise steht dann der Gesamtsieger schon fest. Denn der Alto do Malhão bei Loulé wird am Schlusstag nur noch für Sekundenabstände sorgen. Er ist nur 2,7 Kilometer lang und durchschnittlich 8,9 Prozent steil. Wer nur wenige Tage zuvor bereits auf dem Fóia und im Zeitfahren überzeugen konnte, wird sich hier kaum noch abschütteln lassen.

Joao Almeida will im vierten Anlauf endlich den Sieg
Als Portugiese hat man im Straßenradsport nicht viele Möglichkeiten Heimsiege zu feiern. Die Volta ao Algarve zu gewinnen ist daher für einen einheimischen Rundfahrtspezialisten daher ein Traum. Joao Almeida [UAE – XRG] hat es hier in Portugal dreimal versucht. Im vergangenen Jahr durfte er als Kapitän ran und scheiterte lediglich an Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike]. In diesem Jahr soll es endlich klappen mit dem Gesamtsieg. Doch wir müssen ehrlich sein: Eigentlich liegen ihm die Bergetappen nicht. Die Anstiege sind zu kurz und Joao Almeida ist bekannt dafür, einige Kilometer zu benötigen, um auf Touren zu kommen. Er ist eben alles andere als ein Puncheur. Zugute kommt ihm aber das lange Zeitfahren. Seine größten Kontrahenten sind Ex-Teamkollege Juan Ayuso [Lidl – Trek] aus Spanien und der Deutsche Florian Lipowitz [Red Bull – Bora – hansgrohe].
Kevin Vauquelin ist ein Kandidat für das Podium der Volta ao Algarve 2026
Wer in den Bergen genau andersherum gepolt ist als Joao Almeida ist Kevin Vauquelin [Ineos Grenadiers]. Der Franzose ist stark, wenn die Anstiege nicht zu lang sind. Er ist am Fuße eines Anstiegs sofort bei 100 Prozent. Auch im Mittelgebirge ist er stark, aber so bald der Berg 15 Kilometer oder länger ist, verlassen ihn die Kräfte. Daher liegt ihm die Volta ao Algarve 2026 perfekt. Denn er ist auch ein ausgezeichneter Zeitfahrer. Es wäre also alles andere als eine Überraschung, wenn Kevin Vauquelin trotz der starken Konkurrenz hier am Ende aufs Podium fahren würde. Gespannt sein dürfen wir auch auf Youngster Paul Seixas [Decathlon CMA CGM]. Der erst 19-jährige Franzose wird in diesem Jahr wohl seine erste Tour de France bestreiten. Er gilt als größtes GC-Talent Frankreichs seit Jahrzehnten.

Als João Rodrigues die Favoriten schockte
Wir schreiben das Jahr 2021. João Rodrigues war kein Superstar. Mit 26 Jahren fuhr er immer noch für das Continental-Team W52/FC Porto. Er hat den Sprung zu den Profis nicht geschafft. Seine größten Erfolge waren die Gesamtsiege bei der Volta a Portugal und bei der Volta ao Alentejo im Jahr 2019. Doch dann kam die Volta ao Algarve 2021 und Joao Rodrigues wuchs über sich hinaus. Auf dem Fóia hielt er Schritt mit Ethan Hayter und Jonathan Lastra. Vor dem darauffolgenden Zeitfahren rechneten alle mit einem Einbruch und einer Klatsche für den Portugiesen. Doch alle Experten irrten. Joao Rodrigues fuhr auf Rang elf und damit sein wohl bestes Zeitfahren in seiner Karriere. Er lauerte in der Gesamtwertung nur noch zwölf Sekunden hinter Ethan Hayter. Auf der Schlussetappe sicherte er sich am Alto do Malhão den Gesamtsieg. Er kletterte hinter Élie Gesbert auf Rang zwei und distanzierte seine Kontrahenten.
| Gesamtsieger der Rundfahrt der letzten 10 Jahre | ||
|---|---|---|
| Jahr | Sieger | Team |
| 2025 | Jonas Vingegaard (DK) | Team Visma | Lease a Bike |
| 2024 | Remco Evenepoel (BEL) | Soudal Quick-Step |
| 2023 | Daniel Felipe Martínez (COL) | INEOS Grenadiers |
| 2022 | Remco Evenepoel (BEL) | Quick-Step Alpha Vinyl Team |
| 2021 | João Rodrigues (POR) | W52-FC Porto |
| 2020 | Remco Evenepoel (BEL) | Deceuninck-QuickStep |
| 2019 | Tadej Pogačar (SLO) | UAE Team Emirates |
| 2018 | Michal Kwiatkowski (POL) | Team Sky |
| 2017 | Primoz Roglic (SLO) | Team Lotto NL-Jumbo |
| 2016 | Geraint Thomas (GBR) | Team SKY |
Das unrühmliche Karriereende von Joao Rodrigues
Es war der größte Erfolg in seiner Karriere, auch wenn die Radsport-Saison 2021 stark unter dem Einfluss der COVID-19-Pandemie litt und daher die Startliste der Volta ao Algarve nicht allzu gut besetzt war. Wenige Monate nach seinem großen Triumph wurden bei Rodrigues während Hausdurchsuchungen verbotene Substanzen entdeckt. Im Juli 2022 sperrte die UCI ihn für vier Jahre wegen Auffälligkeiten im Blutpass. Im Oktober verhängte die portugiesische Anti-Doping-Agentur eine weitere dreijährige Sperre wegen Einsatzes verbotener Methoden. Seine Karriere war beendet.
Volta ao Algarve 2026: Alle Etappenprofile der 52. Austragung
| Etappenübersicht | |||
|---|---|---|---|
| Datum | Wochentag | Etappe / Strecke | km |
| 18.02 | Mittwoch | Stage 1 | Vila Real de Santo António – Tavira | 183,5 |
| 19.02 | Donnerstag | Stage 2 | Portimão – Fóia (Monchique) | 147,2 |
| 20.02 | Freitag | Stage 3 (ITT) | Vilamoura – Vilamoura | 19,5 |
| 21.02 | Samstag | Stage 4 | Albufeira – Lagos | 175,1 |
| 22.02 | Sonntag | Stage 5 | Faro – Malhão (Loulé) | 148,4 |

18. Februar, 1. Etappe: Vila Real de Santo António – Tavira (183,5 km)
Zum Auftakt der Volta ao Algarve 2026 bekommen wir einen Massensprint präsentiert. Die Ausreißer werden sich das Bergtrikot holen, aber in den Kampf um den Tagessieg greifen sie nicht ernsthaft ein. Vor allem Paul Magnier [Soudal – Quick-Step] wird hier motiviert sein.

19. Februar, 2. Etappe: Portimão – Fóia (Monchique) (147,2 km)
Die Bergankunft auf dem Fóia ist anspruchsvoll, aber sieht härter aus als sie ist. Natürlich werden hier Abstände gemacht und der Träger des Führungstrikots wird wechseln, aber es wird sich alles im Rahmen bewegen. Auch ein guter Puncheur kann hier am Hinterrad bleiben und am Ende gewinnen.

20. Februar, 3. Etappe (ITT): Vilamoura – Vilamoura (19,5 km)
Im Zeitfahren in Vilamoura wird die Volta ao Algarve 2026 vorentschieden. Nur wer sich auf dem Zeitfahrrad wohlfühlt, kann hier siegen. Joao Almeida muss nach diesem Tag das Leadertrikot haben, ansonsten wird es ganz schwer für ihn, es sich noch zu holen.

21. Februar, 4. Etappe: Albufeira – Lagos (175,1 km)
Der vorletzte Tag der Volta ao Algarve 2026 könnte der Tag der Ausreißer sein. Viele Fahrer werden nach der Bergetappe und dem Zeitfahren bereits großen Rückstand haben – vielleicht sogar gewollt. Damit können sie heute nämlich in die Fluchtgruppe gehen und vom Tagessieg träumen. Aber Vorsicht: Kommen die Sprinter über die Berge, werden ihre Helfer alles daran setzen, die Fluchtgruppe doch noch einzuholen.

22. Februar, 5. Etappe: Faro – Malhão (Loulé) (148,4 km)
Die Schlussetappe der Volta ao Algarve 2026 ist wellig und damit von Beginn an anspruchsvoll. Und der Schlussanstieg ist steiler als der Foia-Anstieg vor einigen Tagen, aber er ist deutlich kürzer. Hier sind die klassischen Puncheure im Vorteil. Liegen unter den ersten der Gesamtwertung nur wenige Sekunden, kommt es hier zum alles entscheidenden Showdown. Wahrscheinlicher ist aber, dass der vor der Etappe Führende sein Trikot verteidigen kann.
-> Hier gehts zur großen Klassiker-Vorschau 2026.
-> Wieso wird die Tour de France immer schneller?


2 Gedanken zu „Volta ao Algarve 2026: Joao Almeida will endlich den Heimsieg“