Der italienische Radsport hat eine lange Tradition großer Champions. Mit Lorenzo Finn wächst nun ein neues Ausnahmetalent heran, das bereits in jungen Jahren internationale Erfolge feiert. Der Italiener aus Genua gilt als einer der spannendsten Nachwuchsfahrer seiner Generation.
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Lorenzo Finn: Ein neues Riesentalent für Italiens Radsport
Für den italienischen Radsport ist ein Fahrer wie Lorenzo Finn von besonderer Bedeutung. Der am 1. Dezember 2006 in Genua geborene Nachwuchsfahrer wuchs im ligurischen Avegno auf und kam erst nach Umwegen zum Radsport. Zuvor spielte er Fußball und Tennis, musste den Tennissport jedoch nach einer Knieverletzung aufgeben – danach entdeckte er das Radfahren für sich. Heute fährt Finn für die Red Bull–Bora–hansgrohe Rookies, wo er Schritt für Schritt aufgebaut wird und bereits mit starken Leistungen auf sich aufmerksam macht. Dies soll aber nur eine Zwischenstation sein. Für die Jahre 2027 und 2028 hat er bereits einen Vertrag bei den Profis unterschrieben.
Zwei Weltmeistertitel in zwei Jahren
Seinen internationalen Durchbruch erreichte Lorenzo Finn mit außergewöhnlichen Erfolgen bei Weltmeisterschaften. 2024 gewann er das Straßenrennen der Junioren-WM in Zürich und sicherte sich damit sein erstes Regenbogentrikot. Ein Jahr später wiederholte er das Kunststück, diesmal in der U23-Kategorie bei den Weltmeisterschaften in Kigali. Dort attackierte er rund sieben Kilometer vor dem Ziel und gewann das Rennen nach 164,6 Kilometern als Solist mit 31 Sekunden Vorsprung. Als 18-Jähriger die U23-WM zu gewinnen ist ein Statement, das durch den gesamten Radsportzirkus hallte.
Seine Stärken: Rennintelligenz und starke Nerven
Lorenzo Finn überzeugt nicht nur durch seine Ergebnisse, sondern auch durch seine Art zu fahren. Er gilt als Fahrer mit großem Rennverständnis, der genau weiß, wann er Kräfte sparen und wann er angreifen muss. In Interviews beschreibt er seine Siege oft als besondere emotionale Momente – etwa den Triumph in Kigali, bei dem ihn tausende Zuschauer lautstark anfeuerten. Auch Beobachter heben seine mentale Stärke hervor: Finn gilt als ruhig, abgeklärt und kaum nervös, selbst in großen Rennen. Er scheint bodenständig zu sein und genau zu wissen, was er tut und was er sich von seiner Zukunft verspricht.
„Er ist sehr cool. Damit meine ich: sehr abgeklärt, eiskalt. Niemals nervös, macht sich keine Gedanken über Druck. Seine psychische Stärke ist sehr beeindruckend.“
Michael Schär über lorenzo finn
Wohin führt der Weg?
Mit seinen Leistungen hat sich Lorenzo Finn früh in den Fokus des internationalen Radsports gefahren. Als leichter Kletterer mit starken Leistungswerten – im Training zeigte er etwa Schwellenwerte von über sechs Watt pro Kilogramm – bringt er Voraussetzungen für anspruchsvolle Rundfahrten mit. Noch fährt er im Nachwuchsteam und sammelt Erfahrung, doch Einsätze bei härteren Profi-Rennen stehen bereits an. Für sein Team könnte er langfristig ein Fahrer für große Rundfahrten werden und vielleicht eines Tages sogar ein Kandidat für den Sieg beim Giro d’Italia oder gar der Tour de France.
Nächste Ziele: Giro Next Gen & Tour de l’Avenir
Nachdem Lorenzo Finn den Giro di Sardegna absolviert hat, wird er demnächst Mailand-Turin und das U23-Rennen von Lüttich-Bastogne-Lüttich bestreiten. Über die Tour of the Alps steuert er dann seine beiden Saisonhighlights an: Den Giro d’Italia Next Gen und die Tour de l’Avenir. Und zum Saisonabschluss könnte er dann in Kanada noch einmal U23-Weltmeister werden …


