Tour de France 2026: Das Highlight der Radsport-Saison findet zwischen dem 4. und 26. Juli 2026 statt. Gestartet wird in Barcelona und das Ziel erreichen die Profis traditionell in Paris. Welche Etappen werden über den Gesamtsieg entscheiden? Welche Teams dürfen antreten? Und mit welchen Favoriten müssen wir diesmal rechnen?
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Tour de France 2026: Etappen für Grand Départ in Barcelona
Am 23. Oktober 2025 stellte die Amaury Sport Organisation (A.S.O.) die komplette Route der Tour de France 2026 vor. Sie beginnt mit einem Paukenschlag in Barcelona. Zum dritten Mal nach den Starts in San Sebastián (1992) und Bilbao (2023) erfolgt der Grand Départ in Spanien, erstmals jedoch in der katalanischen Metropole. Die 113. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt startet am 4. Juli 2026 mit einem Mannschaftszeitfahren über 19,7 Kilometer – dem ersten Auftakt dieser Art seit 1971. Die Strecke führt vorbei an der weltberühmten Sagrada Família, hinauf auf den geschichtsträchtigen Hügel von Montjuïc und endet vor dem Olympiastadion. Das anspruchsvolle Finale verspricht bereits zum Auftakt deutliche Zeitabstände unter den Favoriten. Besonders bemerkenswert: Anders als im klassischen Reglement erhält jeder Fahrer seine tatsächlich gefahrene Zeit – ein Detail, das den Kampf um das Gelbe Trikot vom ersten Meter an verschärft.
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Montjuïc als Bühne der Favoriten
Auch die zweite Etappe rückt den Montjuïc ins Zentrum: Nach dem Start in Tarragona führt sie über 178 Kilometer zurück nach Barcelona, wo ein Rundkurs über den Hügel erneut für Hochspannung sorgen dürfte. Die dritte Etappe beginnt in Granollers und leitet über den Col des Toses in die Pyrenäen – mit einer Bergankunft in Les Angles. Damit setzt die erste Woche sportlich ein klares Zeichen. Barcelona selbst schlägt als weltoffene, innovative und traditionsreiche Mittelmeermetropole ein neues Kapitel ihrer Radsportgeschichte auf. Der Montjuïc, Schauplatz großer Rennen, Weltmeisterschaften und olympischer Wettbewerbe, wird zur emotionalen Arena eines direkten Aufeinandertreffens der großen Tour-Favoriten. Die Tour de France 2026 verspricht damit schon in ihren ersten Tagen alles, was dieses Rennen so einzigartig macht: Dramatik, Prestige und die pure, elektrisierende Faszination des Radsports.

Col d’Aspin und Col du Tourmalet in den Pyrenäen
Nach der ersten Bergankunft in den Pyrenäen führt die vierte Etappe über ein hügeliges Profil mit mehreren Anstiegen nach Foix, ehe am Folgetag auf dem Weg nach Pau erstmals die Sprinter im Fokus stehen dürften. Doch die Ruhe währt nur kurz: Eine Hochgebirgsetappe über den Col d’Aspin und den legendären Col du Tourmalet hinauf nach Gavarnie-Gèdre sorgt für frühe Selektion im Gesamtklassement. Auf dem höchsten Punkt des Tourmalet wird das Souvenir Jacques Goddet vergeben – ein symbolträchtiger Moment auf historischem Asphalt. Es folgen zwei flache Etappen nach Bordeaux und Bergerac, die klar den endschnellen Spezialisten gehören sollten. Vor dem ersten Ruhetag verlangt eine stark wellige Strecke nach Ussel mit Anstiegen wie dem Suc au May und dem Mont Bessou nochmals den Puncheuren alles ab.
Nicht zu unterschätzen: Das Zentralmassiv und die Vogesen
Nach dem Ruhetag im Département Cantal rückt das Zentralmassiv ins Rampenlicht: Eine anspruchsvolle Etappe mit zahlreichen klassifizierten Anstiegen, darunter der Puy Mary und der Col de Pertus, endet mit einem steilen Finale in Le Lioran. Zwei weitere Flachetappen bieten erneut Chancen für die Sprinter, bevor die einzige über 200 Kilometer lange Etappe der Rundfahrt nach Belfort führt – mit dem Ballon d’Alsace als späte Herausforderung. Es folgt eine harte Vogesen-Etappe mit dem Großen Belchen, Col du Page, Elsässer Belchen und Col du Hundsruck sowie dem Schlussanstieg über den Col du Haag nach Le Markstein. Die letzte Prüfung vor dem zweiten Ruhetag führt über welliges Terrain und den Col de la Croisette hinauf zum Plateau de Solaison in den Savoyer Alpen – ein weiterer Fingerzeig Richtung Gesamtwertung.
Alpen-Showdown: Drei Hochgebirgsetappen für die Kletterer der Tour de France 2026
Nach dem zweiten Ruhetag in Haute-Savoie beginnt die entscheidende Woche mit einem 26 Kilometer langen Einzelzeitfahren am Südufer des Genfersee. Ein rund 400 Höhenmeter langer Anstieg zu Beginn und ein flacher Abschnitt nach der Abfahrt machen diesen Kampf gegen die Uhr zu einer komplexen Prüfung für Klassementfahrer. Eine flache Etappe von Chambéry nach Voiron könnte die womöglich letzte Sprintchance bieten, bevor mit drei Hochgebirgsetappen das große Alpenfinale eingeläutet wird. Die erste endet an der Skistation Orcières-Merlette, ehe von Gap aus die kürzeste Nicht-Zeitfahr-Etappe über vier klassifizierte Anstiege hinauf nach Alpe d’Huez führt – inklusive der ikonischen 21 Kehren.

Weil es so schön ist: 2x Alpe d’Huez
Den Höhepunkt bildet die Königsetappe von Le Bourg-d’Oisans über den Col de la Croix de Fer, den Col du Télégraphe und den Col du Galibier. Dort wird als höchster Punkt der Rundfahrt das Souvenir Henri Desgrange vergeben – bis hinauf zum Col de Sarenne und erneut nach Alpe d’Huez. Rund 171 Kilometer und etwa 5.600 Höhenmeter machen diesen Tag zur ultimativen Bewährungsprobe. Das große Finale folgt traditionsgemäß in Paris: Mit einer Passage über den Montmartre – etwas früher platziert als im Vorjahr – und dem prestigeträchtigen Sprint auf den Champs-Élysées endet die Tour de France 2026 dort, wo Radsportgeschichte geschrieben wird. Ein letzter Triumphbogen, ein letzter Sprint, ein letzter Augenblick bevor sich das Gelbe Trikot für immer in die Annalen einreiht.
Tour de France 2026 Etappen
| Etappenübersicht der Rundfahrt | ||||
|---|---|---|---|---|
| Etappe | Datum | Start – Ziel | Länge (km) | Höhenmeter (m) |
| 1. Etappe | 04.07. | Barcelona – Barcelona | 19 | 231 |
| 2. Etappe | 05.07. | Tarragona – Barcelona | 182 | 2.391 |
| 3. Etappe | 06.07. | Granollers – Les Angles | 196 | 3.906 |
| 4. Etappe | 07.07. | Carcassonne – Foix | 182 | 3.259 |
| 5. Etappe | 08.07. | Lannemezan – Pau | 158 | 1.883 |
| 6. Etappe | 09.07. | Pau – Gavarnie-Gèdre | 186 | 3.978 |
| 7. Etappe | 10.07. | Hagetmau – Bordeaux | 175 | 2.053 |
| 8. Etappe | 11.07. | Périgueux – Bergerac | 182 | 1.346 |
| 9. Etappe | 12.07. | Malemort – Ussel | 185 | 2.427 |
| Ruhetag | 13.07. | Cantal | – | – |
| 10. Etappe | 14.07. | Aurillac – Super Lioran | 167 | 2.990 |
| 11. Etappe | 15.07. | Vichy – Nevers | 161 | 653 |
| 12. Etappe | 16.07. | Circuit de Nevers Magny-Cours – Chalon-sur-Saône | 181 | 1.555 |
| 13. Etappe | 17.07. | Dole – Belfort | 205 | 2.500 |
| 14. Etappe | 18.07. | Mülhausen – Le Markstein | 155 | 4.602 |
| 15. Etappe | 19.07. | Champagnole – Plateau de Solaison | 184 | 4.701 |
| Ruhetag | 20.07. | Haute-Savoie | – | – |
| 16. Etappe | 21.07. | Évian-les-Bains – Thonon-les-Bains | 26 | 465 |
| 17. Etappe | 22.07. | Chambéry – Voiron | 175 | 2.361 |
| 18. Etappe | 23.07. | Voiron – Orcières Merlette 1850 | 185 | 3.800 |
| 19. Etappe | 24.07. | Gap – Alpe d’Huez | 128 | 3.500 |
| 20. Etappe | 25.07. | Le Bourg-d’Oisans – Alpe d’Huez | 171 | 5.600 |
| 21. Etappe | 26.07. | Thoiry – Paris | 130 | 1.978 |
Tour de France 2026: Teams und ihre (voraussichtlichen) Kapitäne
Selbstverständlich treten zur Tour de France 2026 alle 18 Mannschaften der WorldTour an. Zusätzlich haben sich auf Grund ihrer Ergebnisse im Jahr 2025 die Teams Tudor, Cofidis und Pinarello Q36.5 eine Wildcard verdient. Da mittlerweile 23 Teams an den Start gehen dürfen, blieben der Tour-Organisation also noch zwei Wildcards übrig. Nach langen Überlegungen hat man sich schließlich für die Mannschaften TotalEnergies und Caja Rural – Seguros RGA entschieden.
| Teamübersicht | |||
|---|---|---|---|
| Team | Nation | Liga | Star |
| Alpecin – Premier Tech | Belgien | UCI WorldTeams | Jasper Philipsen |
| Bahrain – Victorious | Bahrain | UCI WorldTeams | Lenny Martinez, Antonio Tiberi |
| Caja Rural-Seguros RGA | Spanien | UCI ProTeams | Fernando Gaviria |
| Cofidis | Frankreich | UCI ProTeams | Milan Fretin |
| Decathlon CMA CGM | Frankreich | UCI WorldTeams | Olav Kooj, Paul Seixas |
| EF Education – EasyPost | USA | UCI WorldTeams | Ben Healy |
| Groupama – FDJ United | Frankreich | UCI WorldTeams | David Gaudu, Guillaume Martin |
| Ineos Grenadiers | Großbritannien | UCI WorldTeams | Filippo Ganna |
| Jayco AlUla | Australien | UCI WorldTeams | Pascal Ackermann |
| Lidl – Trek | Deutschland | UCI WorldTeams | Juan Ayuso, Mads Pedersen |
| Lotto – Intermarché | Belgien | UCI WorldTeams | Lennert van Eetvelt, Arnaud de Lie |
| Movistar | Spanien | UCI WorldTeams | Cian Uijtdebroeks |
| NSN | Schweiz | UCI WorldTeams | Biniam Girmay |
| Picnic PostNL | Niederlande | UCI WorldTeams | Pavel Bittner |
| Pinarello Q36.5 | Schweiz | UCI ProTeams | Thomas Pidcock |
| Red Bull – Bora – hansgrohe | Deutschland | UCI WorldTeams | Remco Evenepoel, Florian Lipowitz |
| Soudal Quick-Step | Belgien | UCI WorldTeams | Tim Merlier |
| TotalEnergies | Frankreich | UCI ProTeams | Jordan Jegat |
| Tudor | Schweiz | UCI ProTeams | Michael Storer, Julian Alaphilippe |
| UAE Team Emirates – XRG | Vereinigte Arabische Emirate | UCI WorldTeams | Tadej Pogacar, Isaac del Toro |
| Uno-X Mobility | Norwegen | UCI WorldTeams | Tobias Johannessen |
| Visma | Lease a Bike | Niederlande | UCI WorldTeams | Jonas Vingegaard, Wout van Aert |
| XDS Astana | Kasachstan | UCI WorldTeams | Sergio Higuita |
Tour de France 2026 Favoriten: Pogacar, Vingegaard & Seixas
Künstlich Spannung erzeugen ist nicht mein Ding. Daher sae ich klipp und klar: Der Favorit der Tour de France 2026 ist Tadej Pogacar – und danach kommt ganz lange niemand. Alles andere als ein weiterer Gesamtsieg des Slowenen ist nicht vorstellbar. Vor allem, da mit Jonas Vingegaard sein größter Konkurrent schon den Giro d’Italia in den Beinen haben wird. Der Däne muss sich eher in Acht nehmen, nicht überholt zu werden. Denn mit Paul Seixas ist ein neuer Stern im Radsporthimmel aufgegangen. Der junge Franzose wird – wie nun endlich bestätigt wurde – die Tour de France 2026 bestreiten und damit automatisch einer der Favoriten auf das Podium sein. Ich sehe ihn bereits auf Augenhöhe mit Vingegaard.
Tour de France 2026 Prognose für die Gesamtwertung
Lidl – Trek und Red Bull – Bora – hansgrohe lauern auf Fehler und kämpfen ums Podium
Wenn Jonas Vingegaard einigermaßen erholt aus Italien nach Frankreich (bzw. Spanien) kommt, wird er hinter Tadej Pogacar mit Paul Seixas um Platz zwei kämpfen. Dahinter werden wir einen großartigen Kampf um die Top Ten zu sehen bekommen. Vor allem die deutschen Teams Lidl – Trek und Red Bull – Bora – hansgrohe rechnen sich gute Chancen aus. Der Raublinger Rennstall hat nicht nur Neuverpflichtung Remco Evenepoel zu bieten, sondern auch den letztjährigen Gesamtdritten Florian Lipowitz. Lidl – Trek setzt auf Juan Ayuso, der nur so vor Motivation brennen wird, es allen Kritikern zu zeigen. Weitere Kandidaten sind der Italiener Antonio Tiberi und die beiden Briten Oscar Onley und Thomas Pidcock.
Tour de France 2026: Alle Etappenprofile im Detail

1. Etappe: Barcelona – Barcelona (19 km)
Nach einer siebenjährigen Pause dürfen wir uns endlich wieder über ein Mannschaftszeitfahren bei der Tour de France freuen – diesmal jedoch in einem anderen Format. Denn: Jeder Fahrer erhält seine eigene Zeit. Das bedeutet, dass sich schon zum Auftakt der Tour de France 2026 kein Favorit verstecken kann. Mit nur 19 Kilometern ist die Distanz für ein Teamzeitfahren allerdings äußerst kurz, so dass keine gigantischen Abstände entstehen werden.

2. Etappe: Tarragona – Barcelona (182 km)
Der Montjuïc ist Barcelonas Hausberg und steht heute im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist 1,6 Kilometer lang und im Durchschnitt 9,3 Prozent steil. Gleich 3x müssen ihn die Profis überqueren. Schon bei der Katalonien-Rundfahrt sorgt er regelmäßig für Zeitabstände, obwohl er sich dort den Fahrern oft nur einmal in den Weg stellt. Die Etappe ist wie gemacht für explosive Puncheure wie Tadej Pogacar. Gut möglich, dass der Slowene heute neben dem Stade Olympique bereits das Gelbe Trikot übernimmt.

3. Etappe: Granollers – Les Angles (196 km)
Die dritte Etappe der Tour de France 2026 werden sich einige mutige Ausreißer in ihrem Kalender rot angestrichen haben. Denn das Teilstück, das die Profis nach Frankreich führt, ist wie gemacht für eine lange, erfolgreiche Flucht. Sollte jemand heute im Gelben Trikot am Start stehen, der es nicht verteidigen möchte, so könnte sowohl der Tagessieg, als auch das Gelbe Trikot an einen Ausreißer gehen. Für die Klassementfahrer ist die Etappe trotz der insgesamt 3950 Höhenmeter zu leicht und für die Sprinter ist sie zu schwer.

4. Etappe: Carcassonne – Foix (182 km)
Auch die vierte Etappe könnte zu einem Tag der Ausreißer werden. Fünf Bergwertungen sorgen dafür, dass sich die Sprinter keine Hoffnungen machen dürfen. Während sich die GC-Fahrer auf jeden Fall raushalten, werden die Puncheure ihre Chance wittern – entweder aus der Fluchtgruppe heraus oder mit einem späten Angriff aus dem Peloton. Gelingt es Lidl – Trek, ein für Mads Pedersen angemessenes Tempo in den Anstiegen anzuschlagen und die Fluchtgruppe zu kontrollieren, dann wäre der Däne ein aussichtsreicher Kandidat auf den Tagessieg.

5. Etappe: Lannemezan – Pau (158 km)
Lange mussten die Sprinter auf ihre erste klassische Flachetappe warten. Heute ist es soweit. In Pau wird ein Sprint Royal über den Tagessieger entscheiden. Wer allerdings so gar keine Form hat und sich ohnehin an Hügeln schwertut, der sollte sich das letzte Rennviertel vor dem Start noch einmal genauer anschauen. Denn dort ist die Positionierung wichtig. Im schlimmsten Fall könnte das Peloton durch einen Überraschungsangriff reißen. Der Etappensieg aber kann heute nur an einen Sprinter gehen.

6. Etappe: Pau – Gavarnie-Gèdre (186 km)
Schon am sechsten Tag bestreiten die Profis die Königsetappe der Pyrenäen. Auf dem Weg nach Gavarnie-Gèdre müssen die legendären Anstiege Col d’Aspin und Tourmalet gemeistert werden. Da der Schlussanstieg aber mit durchschnittlich nur 3,7 Prozent nicht sehr steil ist, dürfen wir nicht von einem Solo eines Klassementfahrers ausgehen. Viel wahrscheinlicher ist, dass erste GC-Träume platzen, aber noch keine Vorentscheidung für das Podium fällt. Wegen des eher flachen Schlussanstieges würde sich außerdem eine starke Relais-Station anbieten …

7. Etappe: Hagetmau – Bordeaux (175 km)
Bitte anschnallen: Es wird zu einem Hochgeschwindigkeitsfinale vor der Place des Quinconces kommen. In Bordeaux kann der Etappensieg nämlich nur an einen klassischen Sprinter gehen. Tim Merlier ist nach den jüngsten Vorstellungen aller Sprinter sicher zu favorisieren. Die Ausreißer dürften chancenlos sein, da die Sprinter in diesem Jahr nicht allzu viele Chancen erhalten werden – und diese wollen sie natürlich nutzen.

8. Etappe: Périgueux – Bergerac (182 km)
Auch auf der achten Etappe der Tour de France 2026 gibt es keine Zweifel: Hier wird ein Sprinter den Tagessieg einfahren!

9. Etappe: Malemort – Ussel (185 km)
Auf dem Weg nach Ussel sind vier Bergwertungen zu absolvieren. Das Teilstück umfasst 3300 Höhenmeter und ist wie gemacht für eine mutige Fluchtgruppe. Selbst wenn im Peloton Interesse bestehen würde, die Ausreißer zurückzuholen, so ist diese Etappe unglaublich schwer zu kontrollieren. Das ständige Auf und Ab wird die Fahrer zermürben. Ein Kaliber wie Ben Healy könnte heute zuschlagen.

10. Etappe: Aurillac – Super Lioran (167 km)
Nach dem ersten Ruhetag steht am Dienstag die zehnte Etappe auf dem Programm. Und sofort wird es wieder anspruchsvoll. Sieben Bergwertungen sind zu meistern, darunter der Col de la Griffoul, der noch nie bei einer Tour de France befahren wurde. Aber erst die Rampe des Col de Pertus wird eine vorentscheidende Selektion herbeiführen. Die Station du Lioran wird dann schließlich zum Schauplatz des großen Finals. Tadej Pogacar ist diese Etappe wie auf den Leib geschneidert. Vermutlich wird seine Mannschaft die Fluchtgruppe kontrollieren und dem Slowenen damit den Etappensieg bescheren. Möglich, dass er sich das Gelbe Trikot holt.

11. Etappe: Vichy – Nevers (161 km)
Ein Sprinter wird sich den Tagessieg auf der elften Etappe der Tour de France 2026 holen. Unterwegs gibt es übrigens gleich zwei Zwischensprints – das Sammeln für das Grüne Trikot hat also längst begonnen.

12. Etappe: Circuit de Nevers Magny-Cours – Chalon-sur-Saône (181 km)
Die zwölfte Etappe wird ebenfalls an einen Sprinter gehen. Im Anstieg hinauf nach Montagny-lès-Buxy (2,6 km a 4,3 %) wird Mads Pedersen gemeinsam mit seinen Teamkollegen versuchen, Tim Merlier und weitere klassische Sprinter zu distanzieren oder zumindest zu schwächen.

13. Etappe: Dole – Belfort (205 km)
Die bisherigen Ausreißer-Etappen waren eher eine Angelegenheit für die Hügel-Spezialisten. Heute könnte ein klassischer Bergfahrer den Tagessieg aus einer Fluchtgruppe heraus erringen. Denn der letzte Anstieg ist zu leicht und zu weit von der Ziellinie entfernt, als dass die GC-Fahrer diese Etappe kontrollieren würden. Außerdem ist diese Etappe die einzige im Tour-Kalender 2026, die über 200 Kilometer lang ist. Fahrer, die vor dem Start der Tour eigentlich aufs Podium klettern wollten, nun aber bereits einen großen Rückstand vorzuweisen haben, stehen heute im Fokus. Mögliche Kandidaten: Richard Carapaz, Lenny Martinez, Thymen Arensman und Tom Pidcock.

14. Etappe: Mülhausen – Le Markstein (155 km)
Vielleicht ist auf den ersten Anblick gar nicht erkennbar, wie schwer dieses Teilstück wirklich ist. Von vier Bergwertungen gehören drei zur ersten Kategorie. Vor allem die Montée du Haag wird die Fahrer fordern. Dabei handelt es sich um einen sehr kurvigen Waldweg, der extra für die Tour de France 2026 zu einer Radstrecke ausgebaut wurde. Der Anstieg ist 11,2 Kilometer lang und durchschnittlich 7,3 % steil und wird – auch auf Grund des Hochplateaus bis zur Ziellinie – für große Abstände sorgen.

15. Etappe: Champagnole – Plateau de Solaison (184 km)
Noch vor dem zweiten Ruhetag fällt auf der 15. Tour-Etappe die Vorentscheidung in der Gesamtwertung. Schon der Col de la Croisette (4,6 km a 11,2 %) wird dafür sorgen, dass sich die Spreu vom Weizen trennt. Wer heute einen schlechten Tag hat, wird bereits hier den Anschluss und alle Hoffnungen verlieren. Am Plateau de Solaison, dem Schlussanstieg der Etappe, wird es dann auf 11,3 Kilometern mit durchschnittlich 9,1 Prozent zu großen Abständen kommen. Vermutlich wissen wir nach der heutigen Etappe schon ziemlich genau, wie die Top 5 in der Gesamtwertung in Paris aussehen werden.

16. Etappe: Évian-les-Bains – Thonon-les-Bains (26 km)
Nur 26,1 Kilometer lang ist das Zeitfahren auf der 16. Etappe der Tour de France. Aber zwei Fakten sorgen für einen schwierigen Tag. Erstens sind viele Fahrer nach einem Ruhetag gerade im Zeitfahren nicht in der Lage, ihr volles Leistungsvermögen abzurufen. Und Zweitens ist das Profil dieses Zeitfahrens nicht flach. Es führt ein Drittel bergauf, ein Drittel bergab und schließlich ein Drittel flach zur Ziellinie. Nur ein Top-Zeitfahrer, der gut regeneriert und mit all diesen Gegebenheiten gut klarkommt, kann heute gewinnen. Der Favorit heißt Remco Evenepoel.

17. Etappe: Chambéry – Voiron (175 km)
Bevor wir ins große Kletter-Finale der Tour de France 2026 eintauchen, stehen die Sprinter im Fokus. In Voiron wird ein klassischer Massensprint erwartet. Die Hindernisse befinden sich allesamt in der ersten Rennhälfte und es ist nicht davon auszugehen, dass eine Mannschaft hier alles in die Waagschale wirft, um einen Tim Merlier abzuhängen. Sollte dies doch der Fall sein, wird der heutige Tag doch keine Erholung – für niemanden.

18. Etappe: Voiron – Orcières Merlette 1850 (185 km)
Die 18. Etappe der Tour de France 2026 könnte an die Fluchtgruppe gehen. Die Anstiege erreichen durchschnittlich allesamt keinen Wert über 7,0 Prozent. Der Schlussanstieg ist auch nur 7,1 Kilometer lang. Vermutlich werden die Favoriten alle gemeinsam die Ziellinie überqueren und sich ihre Körner für morgen aufsparen. Daher geht der Sieg an einen Ausreißer. Wieder könnte es ein Fahrer sein, der eigentlich auf GC fahren wollte, nun aber schon einen großen Rückstand aufweist.

19. Etappe: Gap – Alpe d’Huez (128 km)
Willkommen zum ersten Teil des Spektakels in Alpe d’Huez. Der Berg der Holländer ist jedem Radsportfan ein Begriff. Weil dieser Zielort so beliebt ist und immer wieder für spektakuläre Bilder sorgt, wird er in diesem Jahr gleich auf zwei Etappen ins Programm genommen. Auf der heutigen Etappe müssen die 13,8 Kilometer (8,1 Prozent) gemeistert werden. Da die Etappe vor dem Schlussanstieg nicht allzu anspruchsvoll ist, werden vermutlich alle Favoriten gemeinsam die ruhmreichen Kehren in Angriff nehmen. Vorsicht ist allerdings zu Beginn der Etappe geboten: Am Col du Noyer könnte es zu einer überraschenden Offensiv-Aktion einer oder mehrerer Mannschaften kommen. Wer hier schläft, könnte ein böses Erwachen erleben, bevor die Etappe überhaupt richtig losging.

20. Etappe: Le Bourg-d’Oisans – Alpe d’Huez (171 km)
Mit satten 5600 Höhenmetern ist die vorletzte Etappe der Tour de France 2026 die härteste. Die Fahrer müssen den Col de la Croix de Fer, den Télégraphe und den Galibier erklimmen, bevor der Schlussanstieg wartet. Dieser führt zwar nach Alpe d’Huez, allerdings über den Col de Sarenne. Dieser Weg wurde so von der Tour de France noch nie befahren. Zweifelsohne ist diese heutige Etappe aber die Königsetappe der Tour und sorgt somit für ein gelungenes Finale.

21. Etappe: Thoiry – Paris (130 km)
Weil es im vergangenen Jahr so schön war, wird auch diesmal der giftige Anstieg Butte Montmartre am letzten Tag der Tour de France befahren – und das gleich 3x. Diesmal allerdings sind danach noch 15 Kilometer bis zur Ziellinie auf den Champs-Élysées zurückzulegen. Die Sprinter dürfen wir also nicht abschreiben. Ein Mads Pedersen wird seine große Chance wittern. Dieses Teilstück liegt ihm ebenso wie Wout van Aert.


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