Er ist eine der großen Entdeckungen des Giro d’Italia 2026: Ludovico Crescioli. Der 22-jährige Italiener beeindruckte durch zahlreiche Attacken, die leider nicht mit einem Top-Ergebnis belohnt wurden. Dennoch ist er mit seiner aktiven Fahrweise erfolgreich in viele Fan-Herzen geklettert. Im Interview mit radsport-radikal verrät er uns, wer sein großes Idol ist und wie alles angefangen hat.
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Crescioli ist ein Fahrer, der die Zuschauer elektrisiert
Am 26. April diesen Jahres war es endlich soweit. Ludovico Crescioli durfte beim Giro dell’Appennino seinen ersten Profisieg bejubeln. Dieser war überfällig, denn in den Jahren zuvor war der 22-jährige Italiener mehrfach ganz nah dran. Durchforstet man seine Ergebnisse, würde man einen maximal durchschnittlichen Fahrer vermuten, doch Crescioli ist ein gutes Beispiel dafür, dass manchmal eben nicht die Resultate allein entscheidend sind. Der in Empoli geborene und 1,78 m große Profi besticht nämlich durch seine offensive, aggressive und emotionale Fahrweise. Er verkörpert genau das, was es im modernen Radsport mittlerweile nur noch selten gibt und umso mehr von den Fans am Streckenrand geliebt wird. Spätestens beim Giro d’Italia 2026 haben das auch einige WorldTour-Teams bemerkt. Doch Crescioli fühlt sich wohl in seiner aktuellen Mannschaft Polti VisitMalta. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er für das Team seines Idols fährt: „Mein Idol als Kind war Alberto Contador. Mir gefiel schon immer seine Art, bergauf zu fahren und seine Stärke bei den großen Rundfahrten.“
12th place on the final mountain stage of the #GirodItalia ⛰️🩷
— Team Polti VisitMalta (@teampolti) May 30, 2026
No words.
Chapeau, Ludo. For your courage, your ambition and the way you never stopped fighting 👏🏻 pic.twitter.com/mv4xniIzIF
Die Liebe zum Radsport wurde ihm vererbt
Die Begeisterung für den Radsport wurde Crescioli praktisch in die Wiege gelegt. „Ich habe im Alter von sechs Jahren mit den ersten Geschicklichkeitsrennen für Kinder begonnen. Anschließend startete ich in meinem ersten Jahr in der Kategorie der jüngsten Nachwuchsfahrer (Kids) und blieb diesem Sport treu, der mich einfach begeistern musste. Mein Vater Adriano, ehemaliger Amateurfahrer und Rennkommissär, hat die Liebe zum Radsport sowohl an mich als auch an meinen Bruder Giosuè weitergegeben. Er ist zwei Jahre älter als ich und fährt heute für das italienische Team Gallina Ecotek Lucchini.“
Über die Toskana in den Profiradsport
Seine gesamte Entwicklung absolvierte Crescioli nahezu ausschließlich in Vereinen seiner Heimatregion Toskana, ehe er später den Sprung in die U23-Kategorie schaffte und sich dort mit starken Leistungen einen Namen machte. „Meine sportliche Laufbahn spielte sich überwiegend auf der Straße ab, auch wenn ich während meiner Nachwuchsjahre bis zur Juniorenklasse einige Winter im Cyclocross aktiv war.“ Nach mehreren Jahren bei verschiedenen italienischen U23-Teams gelang ihm schließlich der Durchbruch. Besonders sein Etappensieg bei der Tour de l’Avenir machte auf ihn aufmerksam. Zur Saison 2025 wechselte Crescioli zu Polti VisitMalta und zeigte mit mehreren Top-10-Ergebnissen bereits in seinem ersten Profijahr, welches Potenzial in ihm steckt. 2026 folgte dann mit dem Erfolg beim Giro dell’Appennino der erste Profisieg seiner Karriere.
Attackieren liegt in seiner Natur
Dass der Italiener am liebsten offensiv fährt, überrascht dabei kaum. Seine größten Stärken sieht er selbst im hügeligen und bergigen Terrain: „Dort, wo es Anstiege gibt, auf denen ich meine Explosivität ausspielen kann, fühle ich mich besonders wohl!“ Genau diese Qualitäten stellte er auch beim diesjährigen Giro d’Italia immer wieder unter Beweis. Auch wenn die ganz großen Resultate bislang noch fehlen, hat Crescioli gezeigt, dass er das Zeug dazu besitzt, künftig nicht nur Etappen zu gewinnen, sondern sich dauerhaft als einer der spannendsten italienischen Fahrer seiner Generation zu etablieren.
🩷 A memorable @giroditalia comes to an end
— Team Polti VisitMalta (@teampolti) June 1, 2026
From Bulgaria to Rome, three unforgettable weeks of passion, teamwork and determination
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