Mikita Babovich hat erst 2018 mit dem Radsport begonnen und stand nur wenige Jahre später bereits auf dem Podium bei Paris–Roubaix Espoirs. Angetrieben von unbändigem Ehrgeiz und sportlicher Rivalität führte ihn sein Weg schnell in die Notizblöcke der Scouts. Im Interview mit radsport-radikal erzählt er uns: Jetzt hat er die großen Klassiker fest im Blick.
Mikita Babovich und sein Weg zum Leistungssportler
Der Weg von Mikita Babovich begann vergleichsweise unspektakulär. „Ich habe 2018 mit dem Radsport begonnen. Ein Klassenkamerad hat mich in die Radtourismus-Abteilung gebracht, und dort hat alles angefangen“, erzählt Mikita Babovich radsport-radikal. Zunächst saß er auf dem Mountainbike, trainierte rund anderthalb Jahre und tastete sich Schritt für Schritt an höhere Belastungen heran. Der erste echte Härtetest folgte in einem Trainingslager. „Am Anfang war es sehr schwierig, aber ich habe mich nach und nach angepasst.“ Am Ende stand ein fünf Kilometer langes Zeitfahren, bei dem er überzeugte. Kurz darauf wurde er in die Sportschule MGOSSH-UOR aufgenommen, der erste große Schritt in Richtung Leistungssport. Dort sammelte der 1,84 Meter große Belarusse nicht nur Trainingskilometer, sondern auch Siege und Rennerfahrung. Über die Station beim Cannibal – Victorious U19 Development Team führte sein Weg schließlich 2026 zum Bahrain Victorious Development Team.
Rivalität als Antrieb
Was Mikita Babovich besonders auszeichnet, ist seine mentale Herangehensweise. Zu Beginn seiner Karriere kannte er kaum große Namen im Peloton, heute nennt er Wout van Aert als Vorbild. Entscheidender als jedes Idol war jedoch ein direkter Konkurrent im eigenen Team. „Ich hatte eine ständige Rivalität mit einem meiner Teamkollegen. Ich wollte immer stärker und besser sein als er“, sagt Babovich. Dieser interne Wettkampf wurde zum Motor seiner Entwicklung: „Ich denke, diese Rivalität hat mich wirklich motiviert, härter zu trainieren.“ Inspiration zieht er inzwischen auch aus dem Profisport selbst: „Zu sehen, wie Athleten um den Sieg kämpfen, bringt mich dazu, selbst aufs Rad zu steigen, mich zu verbessern und um Siege zu fahren.“
„Ich denke schon, dass ich ein Klassikerfahrer bin.“
Mikita Babovich
Babovich nimmt die ganz großen Rennen ins Visier
Sportlich zeichnet Mikita Babovich ein ganz klares Bild von sich: Klassiker, anspruchsvolle Profile, harte Rennen. „Ich mag hügelige Rennen und Klassiker.“ Anfang 2025 lieferte er dafür gleich den Beweis. Er gewann die E3 Classic der Junioren und bei Paris–Roubaix Espoirs fuhr er direkt auf Rang drei. „Das war eine große Überraschung – für mich und das Team.“ Trotzdem denkt der 19-Jährige bereits weiter und möchte sich auch auf neuem Terrain testen: „Ich würde sehr gerne eine Rundfahrt bestreiten. Ich bin neugierig, wie ich mich schlagen würde und ob ich eine Etappe gewinnen könnte.“ Seine langfristige Ausrichtung bleibt jedoch eindeutig: „Ich denke schon, dass ich ein Klassikerfahrer bin.“ Und genau dort liegen auch seine größten Ziele, ganz im Sinne seiner eigenen Worte: Er will die größten Rennen nicht nur fahren, sondern eines Tages gewinnen – und das mehr als nur einmal. Große Ziele für ein großes Talent. In den kommenden Jahren werden wir sehen, ob Mikita Babovich seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann.
-> Ein weiteres Klassiker-Talent: Ashlin Barry.
-> Jakob Omrzel gilt als kommender Top-Rundfahrer.

