Andrés Iniesta gilt als einer der besten Mittelfeldspieler des 21. Jahrhunderts. Er ist eine Legende des FC Barcelona. Nun ist er im Radsport aktiv – und mit Leidenschaft dabei.
„Ich bin glücklich, den Radsport jetzt von innen zu erleben.“
Andrés Iniesta
Andrés Iniesta – Die Fußballlegende im Radsportzirkus
Denkt man an Andrés Iniesta, dann denkt man an den kleinen, quirligen Mittelfeldspieler, der für den FC Barcelona über 600 Pflichtspiele bestritten hat, viermal die Champions League gewann und Welt- sowie Europameister wurde. Doch der mittlerweile 41-jährige Spanier hat 2024 seine Fußballkarriere beendet und sich längst ein neues Standbein aufgebaut. Er ist Mitbegründer der Sport- und Entertainment-Agentur NSN (Never Say Never). Da diese den Radsport-Rennstall Israel – Premier Tech übernommen hat und seit der Saison 2026 Hauptsponsor ist, gehört Andrés Iniesta nun offiziell zum Radsportzirkus. Der Mann, der mit seinem Tor die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 entschieden hat, der an der Seite von Lionel Messi jahrelang zum besten Mittelfeld der Welt gehörte, der als Schlüsselfigur des Tiki-Taka-Fußballs gilt … der hat nun im Radsport ein neues Zuhause gefunden.
Die Geschichte: So kam es zur Übernahme eines Radsportteams
Wir erinnern uns alle an die Vuelta a Espana 2025, als Etappen verkürzt oder sogar abgebrochen werden mussten, weil es pro-palästinensische Proteste am Streckenrand und auf der Strecke gab. Diese sind leider nicht immer friedlich verlaufen und oft haben sie einen sicheren Rennverlauf unmöglich gemacht. Hauptgrund dafür, dass der Radsport als Plattform für diese Proteste genutzt wurde, war das Team Israel – Premier Tech. Die Demonstranten werfen dem Staat Israel vor, das Sponsoring im Radsport dafür zu nutzen, sich in der Öffentlichkeit reinzuwaschen. Da in naher Zukunft nicht davon ausgegangen werden konnte, dass diese Proteste aufhören werden, zog sich Israel als Sponsor zurück. Das Team war fortan auf der Suche nach einem neuen Sponsor – und da auch Premier Tech nicht weitermachen wollte, war das Fortbestehen der gesamten Mannschaft unsicher. Mit NSN wurde schließlich ein neuer Hauptsponsor gefunden. Das Team bleibt auch 2026 Teil der WorldTour und wird daher bei allen großen Rennen am Start stehen. Besonders spannend ist die Tatsache, dass die Tour de France 2026 in Barcelona startet. Andrés Iniesta wird sicher mit dabei sein.
„Radsport war schon immer eine Leidenschaft von mir.“
Andrés Iniesta
Andrés Iniesta ist ein aktiver Teil des NSN Cycling Teams
Auch wenn Andrés Iniesta nicht das alleinige Sagen bei Never Say Never oder dem NSN Cycling Team hat, ist er stark in Entscheidungen mit eingebunden. Dieses Sponsoring wäre ohne seine Leidenschaft für den Radsport nie zustande gekommen. Er war bei der Teampräsentation mit dabei und war an strategischen Entscheidungen beteiligt. Außerdem ist Andrés Iniesta in der Öffentlichkeit DAS Gesicht des NSN Cycling Teams. In Interviews hat er mehrfach betont, dass der Radsport seine Leidenschaft ist und er auch während seiner Fußballkarriere schon Radrennen verfolgt hat. Die Verbindung aus Sport + Entertainment + Marketing passt perfekt zu seiner Firma NSN. Hier kann er außerhalb des Fußballs etwas aufbauen – und das scheint ihm zu gefallen. Bei der Katalonien-Rundfahrt war er hautnah mit dabei. Auf der Schlussetappe durfte er im Begleitfahrzeug sitzend sogar einen Etappensieg seiner Mannschaft durch Brady Gilmore bejubeln.
Another assist and another victory for @andresiniesta8 😏
— NSN Cycling Team (@NSNCyclingTeam) March 29, 2026
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Andrés Iniesta könnte erst der Anfang sein …
Wir kennen es aus anderen Sportarten: In der NFL sind die Teambesitzer Milliardäre. Manche Teams der Formel 1 gehören Investoren. Und natürlich auch im Fußball und Basketball kann oft nicht mehr wirklich von Vereinen die Rede sein, sondern eher von Franchise-Unternehmen. Der Radsport könnte sich in eine ähnliche Richtung entwickeln, was für den finanziellen Aspekt – vor allem für das Fortbestehen von Rennen – ein absoluter Vorteil wäre. Aktuell ist es so, dass die meisten Teams durch ständig wechselnde Sponsoren ihre Namen und ihre Identität ändern müssen. Teilweise lösen sie sich nach einigen Jahren sogar auf, weil keine Nachfolger gefunden werden. Gibt es aber Teambesitzer, welche international hoch angesehen und gut vernetzt sind und die UCI-Lizenz mit ihren Werten und ihrem Namen ehren, könnte die gesamte Branche davon profitieren. Andrés Iniesta könnte daher nur der Anfang sein. Schon vor Jahren kam das Gerücht auf, dass Fernando Alonso ein Radsport-Team gründen möchte. Durchaus möglich, dass der Spanier genau das nach seiner aktiven Formel-1-Karriere tun wird.
-> Vorschau auf die Tour de France 2026 mit dem Start in Barcelona.

