Mit der 19. Etappe des Giro d’Italia wartet morgen die Königsetappe auf die Profis. Sie besteht aus sechs harten Anstiegen. Hier kann nur ein absoluter Kletter-König triumphieren. Alles andere als ein Sieg von Jonas Vinegaard wäre wohl eine Überrachung. In der Vorschau zählen wir aber noch weitere Kandidaten auf – darunter Felix Gall.
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Vorschau auf die 19. Etappe: Feltre > Alleghe (Piani di Pezzè) (151,0 km) am Freitag

Dolomiten-Hammer: Giro d’Italia steht vor brutalem Showdown

Die 19. Etappe des Giro d’Italia verspricht einen der härtesten Tage der gesamten Rundfahrt. Die Fahrer erwartet eine gewaltige Dolomiten-Etappe mit fast ausschließlich Anstiegen und Abfahrten. Nach einem kurzen Einrollstück beginnen die entscheidenden letzten 100 Kilometer – dort sammeln die Profis rund 5000 Höhenmeter. Ohne echte Erholung folgen die Berge Schlag auf Schlag: Passo Duran mit Rampen bis 14 Prozent, der extrem steile Coi mit maximal 19 Prozent sowie Forcella Staulanza, Passo Giau als Cima Coppi und Passo Falzarego. Danach wartet der Schlussanstieg nach Piani di Pezzè. Die letzten fünf Kilometer haben es besonders in sich: durchschnittlich rund 10 Prozent Steigung, im Mittelteil sogar bis zu 15 Prozent. Die schmale und kurvenreiche Straße mit acht Kehren erschwert zusätzlich den Rhythmus. Auch der letzte Kilometer bleibt mit etwa 11 Prozent extrem anspruchsvoll – perfekte Bedingungen für große Zeitabstände im Kampf um den Gesamtsieg. Wer morgen einen schlechten Tag hat, könnte alles verlieren, was er sich auf den vergangenen 18 Etappen erarbeitet hat.
Feltre liegt am Rand der Belluneser Dolomiten in Venetien. Die historische Stadt geht auf die Römerzeit zurück, als sie unter dem Namen Feltria bekannt war. Ihr Altstadtkern erhebt sich auf einem Hügel über dem Piavetal und ist von Mauern geprägt. Das Zentrum bildet die Piazza Maggiore mit Renaissance-Palästen und öffentlichen Gebäuden.
Alleghe liegt am gleichnamigen See am Fuß des Monte Civetta. Der Ort ist eng mit der alpinen Umgebung aus Wäldern, Dolomitwänden und Berggewässern verbunden. Der Alleghe-See entstand 1771 durch einen gewaltigen Erdrutsch und prägt bis heute das Ortsbild. Oberhalb des Dorfes liegen die Piani di Pezzè auf 1.470 Metern, ein wichtiger Zugang zum Civetta-Skigebiet sowie zu Wander- und Mountainbike-Routen.
Radikale Prognose: Vingegaard, Gall und Hindley sind die Top 3
Die Königsetappe des Giro d’Italia darf nur der König selbst gewinnen. Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike] hat bislang alle vier Bergankünfte für sich entschieden und wird auch morgen nicht zu schlagen sein. Wenn seine Mannschaft möchte, kontrolliert sie die Ausreißergruppe so, dass der Däne im Schlussanstieg alle Geflüchteten noch einholen kann. Auch hinter Vingegaard scheint das Kräfteverhältnis klar zu sein: Felix Gall [Decathlon CMA CGM] kletterte 4x auf Rang zwei und Jai Hindley [Red Bull – Bora – hansgrohe] immerhin 3x auf Rang drei. Die logische Konsequenz ist, dass diese drei Fahrer auch das Podium der morgigen Etappe bilden, aber natürlich gibt es keine Garantie. Gerade um Rang drei könnte es eng werden.
| 7. Etappe | Formia › Blockhaus |
1. Jonas Vingegaard 2. Felix Gall 3. Jai Hindley |
| 9. Etappe | Cervia › Corno alle Scale |
1. Jonas Vingegaard 2. Felix Gall 3. Davide Piganzoli |
| 14. Etappe | Aosta › Pila |
1. Jonas Vingegaard 2. Felix Gall 3. Jai Hindley |
| 16. Etappe | Bellinzona › Carì |
1. Jonas Vingegaard 2. Felix Gall 3. Jai Hindley |
Haben die Ausreißer eine Chance auf den Sieg?
Natürlich haben morgen auch die Ausreißer wieder eine Chance auf den Tagessieg, zumindest dann, wenn Visma | Lease a Bike es zulässt. Ich sehe die Chancen eines Ausreißer-Triumphs aber als gering an, weil der Gesamtführende sicherlich die Königsetappe gewinnen möchte. Eine clevere Variante der Schwar-Gelben wäre, Davide Piganzoli oder Sepp Kuss in die Fluchtgruppe zu schleusen. Sie könnten später als Relais-Station für Jonas Vingegaard dienen oder selbst den Etappensieg einfahren. Vor allem Piganzoli wäre eine spannende Option, denn er würde auch in der Gesamtwertung für viele Vingegaard-Konkurrenten eine akute Gefahr darstellen und sie zum Handeln zwingen.

Die Österreicher dürfen morgen neben Felix Gall [Decathlon CMA CGM] auch auf Gregor Mühlberger [Decathlon CMA CGM] hoffen. Der 32-Jährige scheint stark wie noch nie zu sein und bleibt an der Seite Galls oft, bis keine zehn Mann mehr in der Favoritengruppe fahren. Auch er wäre ein Kandidat für die Fluchtgruppe und einen potentiellen Tagessieg. Zu nennen ist auch Giulio Pellizzari [Red Bull – Bora – hansgrohe], falls er sich erholt haben sollte.
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