Alpe d’Huez liegt hinter uns und Alpe d’Huez liegt vor uns. Denn auch die 20. Etappe der Tour de France führt die Profis zu diesem legendären Zielort. Gewinnt Tadej Pogacar erneut oder lässt er eine Fluchtgruppe gewähren?
-> 19. Etappe: Tadej Pogacar triumphiert in Alpe d’Huez

Königsetappe über Galibier und Sarenne nach Alpe d’Huez
Am vorletzten Renntag wartet auf das Peloton die ultimative Kletterprüfung dieser Tour de France. Auf den 170,9 Kilometern von Le Bourg-d’Oisans nach Alpe d’Huez müssen gewaltige 5.600 Höhenmeter bewältigt werden – mehr als auf jeder anderen Etappe der Rundfahrt. Schon früh beginnt mit dem Col de la Croix-de-Fer das große Ausscheidungsfahren. Danach bleibt kaum Zeit zur Erholung: Über den Col du Télégraphe geht es hinauf zum Col du Galibier, dem Dach der diesjährigen Tour. Spätestens hier dürften die ersten GC-Fahrer in die Offensive gehen. Doch die eigentliche Besonderheit wartet im Finale. Alpe d’Huez wird diesmal über den Col de Sarenne erreicht. Diese Route nutzte die Tour bislang nur 2013 – damals allerdings in entgegengesetzter Richtung bergab. Auf völlig neuem Terrain könnte damit am vorletzten Tag das Podium der Tour de France 2026 entschieden werden.
Radikale Prognose: Pogacar fährt für del Toro
Er hat es geschafft: Tadej Pogacar hat in Alpe d’Huez gewonnen und wird sich auch den Gesamtsieg bei der Tour de France 2026 nicht mehr nehmen lassen. Für ihn ist die Mission beendet. Für seine Mannschaft geht es jetzt nur noch darum, Isaac del Toro auf Rang drei zu halten und übermorgen heil in Paris anzukommen. Viele Helfer des Slowenen sind gesundheitlich stark geschwächt und werden die morgige Etappe nicht kontrollieren können. Wenn Fahrer in die Gruppe gehen, die über 20 Minuten Rückstand haben – und das haben ab Platz acht alle – dann werden sie dagegen nichts unternehmen. Das öffnet allen Teams die große Chance, auf der Königsetappe um den Tagessieg zu fahren. Vor allem die Franzosen werden motiviert sein, doch noch eine Etappe zu gewinnen.
Nicolas Prodhomme ist Frankreichs größte Hoffnung
Den Sieger zu prophezeien ist dennoch fast unmöglich, denn die Fahrer scheinen alle völlig erschöpft zu sein. Und sollte UAE – XRG nicht nachführen, erledigen die anderen Teams die Arbeit. Schafft es tatsächlich ein Ausreißer, könnte es Nicolas Prodhomme sein. Natürlich wird er als Helfer für Paul Seixas gebraucht, aber eine Strategie könnte auch eine Relais-Station sein. Auch Tom Pidcock dürfen wir nicht unterschätzen, auch wenn er heute relativ früh abgehängt wurde. Seine Abfahrtsqualitäten könnten ihm morgen enorm helfen. Und selbstverständlich wird auch Richard Carapaz wieder in die Offensive gehen – muss er wegen des Bergtrikots sowieso. Aber nach seinem Kraftaufwand heute ist fast unvorstellbar, dass er morgen gewinnt.

