Mehr als ein Jahr nach Beginn der Ermittlungen hat das spanische Radsportportal Ciclo21 neue Details zu einem Treffen am 9. August 2023 in Adrall nahe der andorranischen Grenze veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen der UAE-XRG-Profi Marc Soler, sein Vater Jaume Soler sowie der wegen Dopings gesperrte Trainer Pepe Martí.
Marc Soler und Jaume Soler: Ermittlungen nach anonymen Hinweisen
Ausgangspunkt der Untersuchungen waren anonyme Meldungen an die spanische Anti-Doping-Behörde Comisión Española para la Lucha Antidopaje en el Deporte (CELAD). Daraufhin übernahm die Spezialeinheit für Gesundheitsdelikte der Guardia Civil die Ermittlungen gegen den bis Juni 2027 gesperrten Trainer Pepe Martí. Dieser war in den Dopingskandal um Lance Armstrong verwickelt und wurde daher für 15 Jahre gesperrt. Am 9. August 2023 trafen sich Martí, Jaume Soler und Marc Soler im katalanischen Adrall. Martí war zuvor gemeinsam mit Jaume Soler in einem Fahrzeug unterwegs, das von der Guardia Civil kontrolliert wurde. Im Wagen befanden sich unter anderem Handschuhe, Alkohol, ein Laktatmessgerät, ein Gerät zur Messung der Sauerstoffsättigung sowie Teststreifen – also Materialien, die für einen Laktattest verwendet werden können. Sportkleidung wurde laut Bericht nicht gefunden. Während der Kontrolle näherte sich Marc Soler auf dem Fahrrad. Nach Darstellung der Ermittler wendete er mehrfach, bevor es später zu einem kurzen Zusammentreffen aller drei Beteiligten kam. Anschließend trennten sie sich wieder. Marc Soler wurde ebenfalls kontrolliert und gab an, sich mit seinem Vater verabredet zu haben, um ein Messgerät zu übergeben.
EXCLUSIVA @ciclo21
— Ciclo 21 (@ciclo21) February 20, 2026
Los hechos completos del encuentro entre Marc Soler, su padre Jaume y el exentrenador sancionado por dopaje Pepe Martí
La @CELAD_esp ha de decidir posibles sanciones por asociación prohibida
Una información de @fernanferrari https://t.co/BR3APCCPpP
Aussagen und mögliche Konsequenzen
Im November 2023 sagten Marc Soler und Jaume Soler getrennt bei der Guardia Civil aus. Jaume Soler bestätigte dabei, dass er von Pepe Martí trainiert worden sei, betonte jedoch, keine verbotenen Substanzen verwendet zu haben und den Kontakt nach dem Treffen beendet zu haben. Zudem erklärte er, Martí habe seinen Sohn nicht trainiert. Marc Soler wiederum bestritt eine professionelle Beziehung zu Martí. Er erklärte, das Treffen mit seinem Vater habe der Übergabe einer schwarzen Rucksack gedient. Diese Gegenstände seien bei den Kontrollen jedoch nicht sichergestellt worden. Martí selbst machte nach Angaben des Berichts keine Aussage gegenüber der Guardia Civil. Sollte eine verbotene Verbindung zwischen aktiven Sportlern mit gültiger Lizenz und einer wegen Dopings gesperrten Person festgestellt werden, könnten Sanktionen drohen. Für Jaume und Marc Soler wären laut Bericht Sperren von bis zu vier Jahren möglich, während Martí als Wiederholungstäter im Fall einer weiteren Verfehlung eine lebenslange Sanktion riskieren könnte. Eine direkte Beweisführung liegt laut Bericht nicht vor.
Offenes Verfahren und weitere Untersuchungen
Der Fall ist weiterhin anhängig. Neben den Solers soll sich die Untersuchung auch auf weitere Aktivitäten von Pepe Martí erstrecken. Laut Bericht arbeitete er während seiner Sperre unter anderem mit Sportlern verschiedener Disziplinen zusammen und stand im Austausch mit Institutionen wie der Universität Valencia – trotz Sperre. Die CELAD hat demnach auch internationale Stellen informiert, darunter die US-Anti-Doping-Agentur, die seinerzeit die Ermittlungen im Umfeld von Lance Armstrong geführt hatte. Auch der Radsport-Weltverband wartet offenbar auf eine Entscheidung der spanischen Behörden. Eine abschließende Bewertung durch die CELAD steht weiterhin aus. Gründe für die Verzögerung sollen laut Bericht unter anderem personelle Veränderungen an der Spitze der Behörde sein. Bis zu einer offiziellen Entscheidung bleiben die Vorgänge vom August 2023 Gegenstand laufender Prüfungen.
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