Tour du Rwanda 2026: Am Sonntag beginnt die 18. Austragung der Ruanda-Rundfahrt. Sie umfasst acht Etappen über knapp 1.000 Kilometer und ist bestückt mit spannenden Profilen. Selbst die Startliste liest sich für ein 2.1-Rennen gut.

Auch bei der Tour du Rwanda 2026 dürfen wir uns auf interessante Etappen freuen
Obwohl die Tour du Rwanda 2026 noch immer ein Rennen der Kategorie 2.1 ist und die Topstars daher definitiv fehlen, dürfen wir uns auch in diesem Jahr darauf freuen. Denn die vergangenen Austragungen haben uns gezeigt, dass der Rennverlauf hier in Ruanda dank der anspruchsvollen Etappenprofile immer für Spannung sorgt. Eine einzelne Etappe als DIE ENTSCHEIDENDE zu bezeichnen, wäre daher falsch. Ein relativ garantierter, klassischer Massensprint erwartet uns aber nur zum Auftakt. Danach wird es hügelig und die Kunst des Rennens besteht darin, intelligent zu fahren und die richtigen Momente abzupassen. Besonders gespannt dürfen wir aber auf die vierte Etappe sein. Kurz vor dem Ziel wird eine Bergwertung in Rambo abgenommen. Der Anstieg ist 3,3 Kilometer lang und im Durchschnitt 9,2 Prozent steil. Hier werden Abstände gemacht!
WM-Feeling an der Cote de Kimihurura
Die endgültige Entscheidung fällt aber vermutlich erst an den beiden letzten Tagen. Denn auf der siebten und der achten Etappe müssen unbefestigte Straßen bzw. Pavé-Sektoren überquert werden. Das Ziel liegt jeweils in der Hauptstadt Kigali. Zunächst steht die Ankunft an der Mur de Kigali auf dem Programm. Dort wird es Lücken geben, aber nur geringe Zeitabstände, da der Hügel nicht lang genug ist. Doch am letzten Tag kann das Ruder noch einmal herumgerissen werden. Die Cote de Kimihurura ist 1,2 Kilometer lang und im Schnitt 6,2 Prozent steil. Liegen in der Gesamtwertung einige Fahrer eng beisammen, kommt es hier zum Showdown. Dieser kurze Berg sollte euch bekannt vorkommen, denn bei der Straßenrad-WM 2025 wurde er mehrfach von der Weltelite absolviert.

Eritrea stellt mit Henok Mulubrhan den klaren Favoriten
Ein Blick auf die Startliste der Tour du Rwanda 2026 verrät, dass einige spannende Nachwuchsteams am Start stehen, aber auch deutsche Teams (Bike Aid und REMBE | rad-net) und Nationalmannschaften sind mit dabei. Am stärksten einzuschätzen sind die Eritreer. Sie haben mit Henok Mulubrhan einen gestandenen Profi in ihren Reihen, der eigentlich für XDS Astana fährt und in diesem Jahr schon gezeigt hat, dass ihm hügelige Teilstücke liegen. So fuhr der 26-Jährige bei der AlUla Tour am Bir Jaydah Mountain Wirkah auf Rang vier und bei den Yitti Hills während er Tour of Oman auf Platz zwei. Er ließ dabei Profis wie Jan Christen, Diego Ulissi und Mauro Schmid hinter sich. Seine Stärke ist seine Explosivität an kurzen Anstiegen – und genau das braucht man hier in Ruanda. Er holte sich hier den Gesamtsieg 2023 und wurde im Vorjahr Gesamtzweiter. Er ist ohne jeden Zweifel der Favorit.

Gelingt Henrique Bravo in Ruanda der Durchbruch?
Der größte Herausforderer von Henok Mulubrhan [Eritrea] ist wohl Pau Marti [NSN Development Team]. Erst vor wenigen Tagen fuhr der 21-Jährige bei der Figueira Champions Classic noch vor Daniel Felipe Martinez [Red Bull – Bora – hansgrohe), Marc Hirschi [Tudor], Brandon McNulty [UAE – XRG] und Ion Izagirre [Cofidis] auf Rang drei. Mit einer solchen leistung kann er die Ruanda-Rundfahrt gewinnen. Weitere spannende Fahrer zu Beobachten sind das niederländische Talent Jurgen Zomermaand [Development Team Picnic PostNL], der Bruder von Biniam Girmay, Mewael Girmay [Istanbul Team] und der Bruder von Maxim van Gils, Lucas Van Gils [Lotto – Groupe Wanty]. Unser Dark Horse jedoch ist Henrique Bravo [Soudal – Quick-Step]. Der 19-jährige Brasilianer war bis zum vergangenen Jahr eigentlich vorwiegend auf dem Mountainbike unterwegs und gilt dort in Südamerika als Riesentalent. Zur Saison 2025 hat er dann aber beim Soudal Quick-Step Devo Team unterschrieben. Nach einer durchwachsenen ersten Saison könnte er 2026 seinen Durchbruch haben – vielleicht in Ruanda.

Joseph Blackmore gewann hier vor zwei Jahren
Die Tour du Rwanda war seit seiner Gründung im Jahr 2009 eher eine Rundfahrt für afrikanische Fahrer. Große Teams aus Europa sind anfangs nicht nach Afrika gereist. In den vergangenen Jahren hat sich das jedoch stark geändert. 2021 triumphierte Cristian Rodriguez. 2023 fuhr das belgische Talent Junior Lecerf hier aufs Podium. Und 2024 gewann Supertalent Joseph Blackmore die Gesamtwertung. Übrigens hat es auch einmal ein Deutscher aufs Podium geschafft: 2025 wurde Oliver Mattheis Dritter. Er steht auch in diesem Jahr für das Team Bike Aid wieder am Start.
| Tour du Rwanda: Die Top 3 einer jeden Austragung | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Sieger | Zweiter | Dritter |
| 2025 | DOUBEY Fabien | MULUBRHAN Henok | MATTHEIS Oliver |
| 2024 | BLACKMORE Joseph | DOSTIYEV Ilkhan | RESTREPO Jhonatan |
| 2023 | MULUBRHAN Henok | CALZONI Walter | LECERF Junior |
| 2022 | TESFATSION Natnael | BUDIAK Anatolii | EWART Jesse |
| 2021 | RODRÍGUEZ Cristián | PICCOLI James | HOEHN Alex |
| 2020 | TESFATSION Natnael | MUGISHA Moise | MAIN Kent |
| 2019 | KUDUS Merhawi | TAARAMÄE Rein | BADILATTI Matteo |
| 2018 | MUGISHA Samuel | UWIZEYE Jean Claude | HAILEMICHAEL Mulu Kinfe |
| 2017 | ARERUYA Joseph | EYOB Metkel | KANGANGI Suleiman |
| 2016 | NDAYISENGA Valens | EYOB Metkel | OKUBAMARIAM Tesfom |
| 2015 | NSENGIMANA Jean Bosco | ARERUYA Joseph | HAKUZIMANA Camera |
| 2014 | NDAYISENGA Valens | NSENGIMANA Jean Bosco | DEBRETSION Aron |
| 2013 | GIRDLESTONE Dylan | MEINTJES Louis | EYOB Metkel |
| 2012 | LILL Darren | GIRDLESTONE Dylan | NJOROGE John |
| 2011 | REIJNEN Kiel | ROSSKOPF Joey | GIRDLESTONE Dylan |
| 2010 | TEKLEHAIMANOT Daniel | BERHANE Natnael | JANSE VAN RENSBURG Reinardt |
| 2009 | JELLOUL Adil | SAADOUNE Abdelati | NIYONSHUTI Adrien |
Hier kannst du die Tour du Rwanda 2026 LIVE verfolgen
Die Tour du Rwanda 2026 wird bei uns leider nicht im TV übertragen. Dennoch kannst du jeden Kilometer live verfolgen – im Internet. Es gibt nämlich einen Youtube-Kanal der Veranstalter, auf dem alle Etappen live gestreamt werden. KLICK HIER für den Link.
Tour du Rwande 2026: Alle Etappenprofile auf einen Blick








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