Recht unauffällig war das Tudor Pro Cycling Team an den ersten drei Tagen des Giro d’Italia. Lediglich Rang zwei auf der zweiten Etappe durch den Deutschen Florian Stork machte sie überhaupt sichtbar. Am Dienstag könnte der Schweizer Rennstall dem Rennen auf der vierten Etappe den Stempel aufdrücken.
-> Prognose & Vorschau auf die 4. Giro-Etappe am Dienstag.
Tudor befindet sich in einer hervorragenden Ausgangsposition
Drei Fahrer des Tudor Pro Cycling Teams befinden sich unter den ersten 34 Profis, die in der Gesamtwertung noch innerhalb von zehn Sekunden liegen. Florian Stork hat auf der zweiten Etappe knapp den Tagessieg verpasst, indem er hinter Guillermo Thomas Silva [XDS Astana] auf Rang zwei sprintete. Am darauffolgenden Tag hätte der Schweizer Rennstall das Rosa Trikot übernehmen können, wenn man die Fluchtgruppe rechtzeitig eingefangen und mit dem Deutschen auf die Bonussekunden beim Red Bull KM gesprintet wäre. Man hat sich dagegen entschieden und eine defensive Taktik gewählt. Auf der vierten Etappe ist der Zeitpunkt gekommen, die defensive Strategie aufzugeben und offensiv zu fahren. Denn mit Mathys Rondel und Michael Storer hat man zwei weitere Speerspitzen an Board.
| Platz | Fahrer | Team | Zeit | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Guillermo Thomas Silva | XDS Astana Team | 13:10:05 | |
| 2 | Florian Stork | Tudor Pro Cycling Team | 0:04 | |
| 3 | Egan Bernal | Netcompany INEOS | ,, | |
| 4 | Thymen Arensman | Netcompany INEOS | 0:06 | |
| 5 | Giulio Ciccone | Lidl – Trek | ,, | |
| 6 | Jan Christen | UAE Team Emirates – XRG | 0:10 | |
| 7 | Martin Tjøtta | Uno-X Mobility | ,, | |
| 8 | Johannes Kulset | Uno-X Mobility | ,, | |
| 9 | Enric Mas | Movistar Team | ,, | |
| 10 | Lennert Van Eetvelt | Lotto Intermarché | ,, | |
| 24 | Mathys Rondel | Tudor Pro Cycling Team | ,, | |
| 27 | Michael Storer | Tudor Pro Cycling Team | ,, |
Die Sportlichen Leiter müssen JETZT den Vorteil ausspielen
Auf der vierten Etappe des Giro d’Italia gibt es für das Tudor Pro Cycling Team viel zu gewinnen und kaum etwas zu verlieren. Wenn die Fluchtgruppe groß ausfällt und gute Chancen hat, das Ziel vor den Favoriten zu erreichen, dann muss die Schweizer Mannschaft mit dabei sein. Sie können den Tagessieg anpeilen, die Maglia Rosa übernehmen und sich sogar in der Gesamtwertung noch besser positionieren. Dafür müssen sie aber aktiv werden und zum Angriff übergehen. Einer der drei genannten Profis – mindestens einer von ihnen – muss in der Ausreißergruppe platziert werden. Empfehlenswert wäre hierfür Mathys Rondel. Der Franzose fährt unter dem Radar der Favoriten. Die Teams mit Podiums-Ambitionen im GC werden ihn nicht jagen, sie werden in gewähren lassen. Bei dem Australier Michael Storer wäre dies vermutlich eine andere Geschichte. Er ist zu bekannt und für viele Mannschaften eine zu große Gefahr. Option drei ist Florian Stork selbst. Doch dem Deutschen würden wir raten, im Hauptfeld zu bleiben und die Chance auf Rosa und den Tagessieg in einem möglichen Sprint wahrzunehmen.

Rondel verbessert sich im GC oder Stork übernimmt Rosa
Schickt das Tudor Pro Cycling Team Mathys Rondel in die Fluchtgruppe, kann sich der Franzose in der Gesamtwertung erheblich verbessern. Vielleicht schenken die Teams der Favoriten der Gruppe mehrere Minuten. Für Rondel und Tudor wäre dies der Jackpot. Wird die Ausreißergruppe eingeholt, weil Teams im Peloton dem Etappensieg hinterherjagen oder die Fahrer in der Gruppe zu gefährlich scheinen, dann hat Florian Stork beste Chancen im Sprint um den Tagessieg auch das Rosa Trikot zu übernehmen. Sogar der Red Bull KM elf Kilometer vor dem Ziel könnte dafür ausreichen. In jedem Fall muss das Tudor Pro Cycling Team nicht arbeiten und hält sich alle Optionen offen. Kapitän Michael Storer kann die Füße still halten und muss nur potentiellen Attacken der GC-Fahrer folgen. Seine Etappen werden noch kommen.
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