Paris-Nizza 2026 Vorschau: Jonas Vingegaard startet nach seinem Sturz in seine Saison. Juan Ayuso will seinen nächsten Gesamtsieg einfahren. Und Joao Almeida sucht noch nach seiner Topform. Bei Paris-Nizza dürfen wir uns auf einen spannenden Dreikampf um den Gesamtsieg freuen. Oder kann ein Außenseiter nach acht Etappen der lachende Vierte sein?
Edit: Joao Almeida und Felix Gall haben ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt!
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-> Vorschau auf Tirreno-Adriatico.

Paris-Nizza 2026 Vorschau: Kein Berg ist länger als 8 Kilometer
Mit Paris-Nizza beginnt am 8. März die erste europäische WorldTour-Rundfahrt der Saison. Nach 1.245,1 Kilometern wird am 15. März der Nachfolger von Matteo Jorgenson gekürt. Der Sieger wird eine Mischung aus Kletterer un Puncheur sein, wobei die Explosivität an Hügeln wichtiger sein wird als die reinen Bergfahrer-Fähigkeiten. Denn die acht Etappen sind fast allesamt anspruchsvoll, führen aber nicht ins Hochgebirge. Der längste Berg wird mit 8,0 Kilometern angegeben, obwohl die Ankunft im Skigebiet Auron natürlich deutlich länger bergan führt. Die Charakteristik dieser Rundfahrt ist klar: Explosive Puncheure, die im Hochgebirge scheitern, können Paris-Nizza traditionell für sich entscheiden und gegen die besten Kletterer der Welt antreten.
Das Teamzeitfahren und die hügeligen Etappen sind wichtiger als die Bergankunft
Die Etappen #3, #4, #5 und #7 werden über den Gesamtsieg entscheiden. Das Teamzeitfahren wird am dritten Tag bereits ein deutlicher Fingerzeig sein. Teilweise wird es zu großen Abständen kommen, welche im späteren Verlauf der Rundfahrt nicht mehr aufzuholen sind. Am vierten und fünften Tag sind einige steile, giftige Hügel zu meistern. Hier ist das Positionsfahren wichtig und vor allem die Explosivität. Durchaus möglich, dass hier die Vorentscheidung fällt, sollte sich der stärkste Zeitfahrer nicht abhängen lassen. Und an Tag sieben erwartet uns eine Bergankunft. Wer aber denkt, dass diese vorletzte Etappe von Paris-Nizza 2026 alles entscheiden wird, der irrt. Denn trotz des vermeintlich langen Anstiegs wird es hier nur Sekundenabstände geben. Im vergangenen Jahr haben wir an diesem Berg bereits gesehen, dass er nicht für große Abstände gemacht ist. Wer also nach der fünften Etappe führt, muss hier nur noch am Hinterrad bleiben.

Juan Ayuso ist der Favorit, aber wie stark ist Jonas Vingegaard?
Nach seiner starken Performance bei der Volta ao Algarve muss Juan Ayuso [Lidl – Trek] auch bei Paris-Nizza als Favorit gelten. Der Spanier war im Zeitfahren enorm stark und wird für das Team Time Trial eine starke Truppe um sich herum haben. Außerdem hat er bei kürzeren Anstiegen gezeigt, dass er deutlich stärker ist als Joao Almeida [UAE – XRG]. Da Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike] gerade erst von einer Verletzung zurückkommt und hier sein Saisondebüt gibt, gehen wir nicht davon aus, dass er hier bereits in Bestform ist. Schauen wir auf die vergangenen Jahre, erkennen wir außerdem, dass Ayuso vor allem bei einwöchigen Rundfahrten überzeugt hat. Paris-Nizza liegt ihm. Er wird im Zeitfahren der Konkurrenz Zeit abnehmen und sich dann nicht mehr abhängen lassen.
Daniel Felipe Martinez wird eine gute Saison 2026 haben
Besonders stark wird auch das britische Team Ineos Grenadiers auftreten. Mit Oscar Onley, Carlos Rodriguez und Kévin Vauquelin können sie auf eine Dreierspitze bauen. Unser Dark Horse ist aber jemand, der schon oft abgeschrieben wurde, aber immer wieder zurückkam. Daniel Felipe Martinez [Red Bull – Bora – hansgrohe] hat seit 2020 mit starken Leistungsschwankungen zu kämpfen. Gute und schlechte Jahre wechseln sich ab. Da 2022 und 2024 sehr gute Jahre waren, können wir von einem erneut starken Jahr 2026 ausgehen. Erste Anzeichen dafür hat es bereits gegeben. Bei der Figueira Champions Classic fuhr er auf Rang neun, bei der Volta ao Algarve wurde er Gesamtsiebter. Daniel Felipe Martinez hat keine Probleme mit kurzen, harten Anstiegen. Eine weitere Leistungssteigerung können wir nun hier in Frankreich erwarten. Das Podium ist möglich, die Top 5 sind wahrscheinlich.

Als Tony Martin und Andreas Klöden einen deutschen Doppelsieg feierten – vor Bradley Wiggins
Bradley Wiggins war ein Phänomen. Der Brite galt als erstklassiger Bahnradfahrer und Zeitfahrer, aber mit GC-Ambitionen hatte er zu Beginn seiner Karriere nicht viel zu tun. Irgendwann entschied er sich jedoch, die Tour de France gewinnen zu wollen. Fortan stellte er sein Training und seiner Ernährung um. Und im Jahr 2011 bekamen wir erstmals den neuen Bradley Wiggins zu Gesicht. Er gewann in diesem Jahr das Critérium du Dauphiné und wurde bei der Vuelta a Espana hinter Teamkollege Chris Froome Zweiter. Doch Paris-Nizza sollte er nicht gewinnen. Im Jahr vor dem großen Wiggins-Durchbruch (2012 folgte tatsächlich der Toursieg) waren zwei Deutsche besser. Tony Martin entschied die Gesamtwertung vor Andreas Klöden für sich. Ausschlaggebend war ein 27 Kilometer langes Zeitfahren. Aber Tony Martin beeindruckte damals durchaus auch auf hügeligem und bergigem Terrain, so dass ihm die starken Kletterer das Gelbe Trikot einfach nicht mehr abnehmen konnten.
| Alle Paris-Nizza Sieger der vergangenen zehn Jahre | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Sieger | Zweiter | Dritter |
| 2025 | JORGENSON Matteo | LIPOWITZ Florian | ARENSMAN Thymen |
| 2024 | JORGENSON Matteo | EVENEPOEL Remco | MCNULTY Brandon |
| 2023 | POGAČAR Tadej | GAUDU David | VINGEGAARD Jonas |
| 2022 | ROGLIČ Primož | YATES Simon | MARTÍNEZ Daniel Felipe |
| 2021 | SCHACHMANN Maximilian | VLASOV Aleksandr | IZAGIRRE Ion |
| 2020 | SCHACHMANN Maximilian | BENOOT Tiesj | HIGUITA Sergio |
| 2019 | BERNAL Egan | QUINTANA Nairo | KWIATKOWSKI Michał |
| 2018 | SOLER Marc | YATES Simon | IZAGIRRE Gorka |
| 2017 | HENAO Sergio | CONTADOR Alberto | MARTIN Dan |
| 2016 | THOMAS Geraint | CONTADOR Alberto | PORTE Richie |
Paris-Nizza 2026: Etappenprofile auf einen Blick











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