Nach dem ersten Ruhetag erreicht der Giro d’Italia erstmals italienischen Boden. Die vierte Etappe führt über nur 138 Kilometer von Catanzaro nach Cosenza. Wegen eines Berges in der zweiten Rennhälfte ist das Teilstück aber nicht zu unterschätzen. In unserer Prognose und Vorschau tun wir uns mit einer klaren Aussage schwer.
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4. Etappe: Catanzaro > Cosenza (138,0 km) am Dienstag, den 12. Mai 2026

Giro d’Italia Vorschau der 4. Etappe: Kurz, aber nicht zu unterschätzen
Nach dem Ruhetag und dem Transfer von Bulgarien nach Italien beginnt die 4. Giro-Etappe bei sonnigen 23 Grad in Catanzaro und führt nach Cosenza. Die Fahrer erwartet ein schneller Tag. Das Profil bietet auf den ersten Kilometern kaum Schwierigkeiten. Im ersten kurzen und unkategorisierten Anstieg direkt nach dem Start wird sich die Fluchtgruppe bilden. Über breite Straßen geht es zunächst Richtung Lamezia Terme. Anschließend fährt das Peloton entlang der tyrrhenischen Küste. Erst nach San Lucido wird es etwas anspruchsvoller. Der fast 15 Kilometer lange Anstieg zum Cozzo Tunno ist zwar lang, aber nie extrem steil. Danach folgt eine lange Abfahrt zurück ins Flachland. Im Finale könnte es dennoch hektisch werden, denn die letzten Kilometer durch Cosenza verlaufen leicht ansteigend und enthalten einige schnelle Kurven. Die Zielgerade zieht sich über 450 Meter bergauf – eine interessante Chance für explosive Puncheure und Klassikerfahrer.
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Wie schwer ist der Cozzo Tunno wirklich?

Kaum eine Vorschau/Prognose zu einer Etappe des Giro d’Italia 2026 fällt so schwer wie diese hier. Man weiß schlichtweg nicht, was passieren wird. Es ist wohl auszuschließen, dass Sprinter diese Etappe gewinnen können. Dafür ist der Cozzo Tunno mit einer Länge von 14,4 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 5,9 Prozent einfach zu schwer. Es ist nicht davon auszugehen, dass das gesamte Peloton hier hinauf bummeln wird. Aber die Frage, ob sich Ausreißer durchsetzen werden, ein Klassementfahrer triumphiert oder am Ende einfach der schnellste Puncheur des Hauptfeldes – die ist enorm schwer zu beantworten. Vieles hängt davon ab, ob sich eine große und harmonische Fluchtgruppe bilden wird und vor allem, was das Team XDS Astana plant. Rechnen sie damit, dass ihr Gesamtführender Guillermo Thomas Silva den Berg übersteht? Falls nicht: Welches Team wird einer großen Ausreißergruppe hinterherjagen?
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Radikale Prognose: Fluchtgruppe oder nicht – Ben Turner kann gewinnen
Das wahrscheinlichste Szenario für die vierte Etappe ist, dass ein reduziertes Peloton von vielleicht 25 bis 50 Fahrern den Sieg unter sich ausmachen darf. Puncheure, bergfeste Sprinter und explosive Klassikerfahrer hätten im Finale die besten Karten. Da wirklich bergfeste Sprinter beim Giro d’Italia 2026 aber nicht am Start stehen bzw Kaden Groves [Alpecin – Premier Tech] wohl noch immer angeschlagen ist, schlägt das Pendel eher Richtung Puncheur aus. Oder aber es macht eben doch eine Fluchtgruppe. Besonders wahrscheinlich wird ein Sieg der Ausreißer, wenn viele Teams auf den Berg unterschiedlich reagieren. Sollte das Tempo im Feld nicht komplett eskalieren, könnten starke Allrounder mit Vorsprung über den Gipfel kommen und auf der langen Abfahrt sowie im technischen Finale durchziehen. Fährt das Team XDS Astana nicht konsequent nach, wird eine große Fluchtgruppe von 10+ Fahrern nicht mehr einzuholen sein. Denn die Teams der GC-Fahrer werden im Cozzo Tunno wohl nicht All-in gehen.
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Wer geht in die Fluchtgruppe?
Viele Teams und Fahrer könnten morgen früh in die Offensive gehen. Jeder weiß, dass die Chance auf eine erfolgreiche Flucht besteht. Außerdem winkt die Maglia Rosa. Es kann sogar sein, dass wir mehr als zehn Fahrer in der Ausreißergruppe sehen und dass sich sogar Fahrer in die Offensive wagen, die nur zehn Sekunden Rückstand in der Gesamtwertung haben. So oder so – ob erfolgreiche Flucht oder Sprint aus einem dezimierten Peloton – hat Ben Turner [Netcompany Ineos] gute Karten. Er sollte den Berg überstehen und ist ein starker Sprinter. Das trifft auch auf Corbin Strong [NSN] zu. Heiße Kandidaten für eine späte Solo-Attacke könnten Filippo Zana [Soudal Quick-Step] und Javier Romo [Movistar] sein. Aber es bleibt dabei: Diese vierte Giro-Etappe ist unvorhersehbar.
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