Nach dem zweiten Ruhetag des Giro d’Italia steht die zehnte Etappe auf dem Programm. Ein Einzelzeitfahren, welches für die Gesamtwertung von enormer Bedeutung ist. Mit einer Länge von 42 Kilometer wird es für große Zeitabstände sorgen. Der Tagessieger scheint mit Filippo Ganna schon festzustehen, aber wie reihen sich die Profis hinter dem Italiener ein?
Vorschau auf die 10. Etappe: Viareggio > Massa (42,0 km Zeitfahren) am Dienstag

Ein langes, flaches Zeitfahren – der Albtraum für manche Kletterer
Mit einer Länge von 42 Kilometern ist das Zeitfahren des Giro d’Italia 2026 ein echter Gradmesser. Große Abstände werden erwartet zwischen den starken Zeitfahrern und den schwachen. Weil das Profil nahezu tellerflach ist und nur ein kleiner Hügel im letzten Renndrittel wartet, sind die klassischen Bergfahrer deutlich im Nachteil. Treffen wird dieses Profil vor allem Felix Gall [Decathlon CMA CGM]. Der Österreicher zeigt bislang einen grandiosen Giro, aber er ist bekannt als schwacher Zeitfahrer und er wird hier von vielen seiner Kontrahenten eine Packung aufgebrummt bekommen. Auch Giulio Pellizzari [Red Bull – Bora – hansgrohe] ist bislang nicht als Top-Zeitfahrer aufgefallen und muss aufpassen, das Podium nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren.
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Radikale Prognose: Filippo Ganna kann keiner schlagen
Künstlich Spannung erzeugen ist nicht mein Ding. Deshalb müssen wir nicht lange darüber philosophieren, wer das Einzelzeitfahren des Giro d’Italia gewinnen wird. Filippo Ganna [Netcompany Ineos] wird nicht zu schlagen sein. Alles andere als ein Sieg des Italieners wäre eine Riesenüberraschung und für ihn selbst käme es einem Debakel gleich. Wäre das Profil des Zeitfahrens etwas anspruchsvoller – zum Beispiel mit einem harten Berg bestückt – würden einige Klassementfahrer näher an ihn heranrücken. Aber da dieser Kampf gegen die Uhr allein durch die Wattzahlen in der Ebene entschieden wird, kann hier kein anderer Fahrer gewinnen. Ganna ist der stärkste Zeitfahrer der vergangenen zehn Jahre. Das beweisen auch die Zahlen. 18 seiner 20 WorldTour-Siege hat er im Kampf gegen die Uhr eingefahren.
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Wie schnell sind Vingegaard, Arensman und Gee-West?
Spannend wird es im Rennen um Platz zwei. Denn da dürfen einige Fahrer drauf hoffen. Zu nennen sind natürlich die starken GC-Fahrer, wie beispielsweise Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike], Thymen Arensman [Netcompany Ineos] und Derek Gee-West [Lidl – Trek]. Aber es gibt weitere Spezialisten, die schwer einzuschätzen sind, da wir nicht wissen, wie sie die bisherigen neun Etappen weggesteckt haben. Niklas Larsen [Unibet Rose Rockets] wurde hauptsächlich für diesen einen Tag nominiert. Remy Cavagna [Groupama – FDJ United] ist nicht mehr so schnell wie früher, aber ein gutes Zeitfahren hat er gewiss noch in den Beinen. Bei Magnus Sheffield [Netcompany Ineos] und Victor Campenaerts [Visma | Lease a Bike] ist die große Frage, ob sie auf ein eigenes Ergebnis fahren dürfen oder sich schonen müssen. Deutschlands Hoffnung ist Max Walscheid [Lidl – Trek]. Er zeigt einen starken Giro d’Italia als Helfer. Morgen könnte er Freiheiten erhalten. Mit Sicherheit auf Resultat fahren darf Lorenzo Milesi [Movistar], der wohl noch nie so gut in Form war wie aktuell. Gleiches gilt für Alec Segaert [Bahrain – Victorious], der als Überraschung unter die Top drei rasen könnte.
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