Nachdem heute bei der Tour de France die Ausreißer triumphiert haben und dennoch ein Sprinter gewann, könnte morgen erneut eine Fluchtgruppe den Sieg unter sich ausmachen. Diesmal aber wird ein Bergfahrer oder zumindest ein starker Puncheur jubeln. Wer gewinnt die 18. Etappe der Tour de France 2026?
-> Jasper Philipsen gewinnt die 17. Etappe der Tour de France

Am Schlussanstieg wird abgerechnet
Die 18. Etappe der Tour de France 2026 führt über 185,2 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette und verspricht einen spannenden Schlagabtausch zwischen Peloton und Ausreißer. Mit der Côte d’Engins, der Côte de Monteynard, der Côte des Terrasses und der Côte de Saint-Léger-les-Mélèzes stehen bereits vor dem Finale mehrere Anstiege auf dem Programm. Die Sprintwertung wartet erst nach 129 Kilometern und dürfte vor allem für Ausreißer interessant sein. Im Mittelpunkt steht jedoch der 7,1 Kilometer lange Schlussanstieg nach Orcières-Merlette mit durchschnittlich 6,7 Prozent Steigung. Zu diesem Zeitpunkt der Rundfahrt haben viele reine Kletterer in der Gesamtwertung bereits zu viel Zeit verloren, besitzen aber noch genügend Kraft für eine erfolgreiche Flucht. Genau deshalb dürfte sich früh eine starke Ausreißergruppe bilden. Ob sie bis ins Ziel durchkommt oder die Favoriten auf das Gelbe Trikot doch noch eingreifen, bleibt die große Frage. Viel spricht jedoch dafür, dass diesmal ein Bergspezialist oder ein explosiver Puncheur seinen großen Tag erlebt.
Radikale Prognose: Ein Ausreißer holt sich den Tagessieg – oder UAE
Obwohl die 18. Etappe als Bergetappe einkategorisiert wird, ist sie eigentlich als Überführungsetappe zu sehen. Das gesamte Teilstück ist zwar anspruchsvoll, ähnelt aber eher einem Klassikerprofil als einer Bergetappe der Tour de France. Der Schlussanstieg ist mit einer Länge von 7,1 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 6,7 Prozent nicht besonders lang und nicht besonders steil. Es ist fraglich, ob ein GC-Team den gesamten Tag über die Ausreißer kontrollieren möchte, wenn sie doch wissen, dass es ohnehin keine oder nur geringe Zeitabstände unter den Favoriten geben wird. Ein Szenario ist natürlich immer, dass UAE – XRG mit Tadej Pogacar oder Isaac del Toro im Bergaufsprint gewinnen möchte. Wahrscheinlicher aber ist eine große Fluchtgruppe mit über 30 Mann. Diese dürfte dann den Tagessieg unter sich ausmachen. Kandidaten für den morgigen Etappensieg sind aus einer Gruppe heraus beispielsweise Tom Pidcock, Richard Carapaz, Lenny Martinez oder Ilan van Wilder. Deutschlands Hoffnungen ruhen auf einen Coup von Georg Steinhauser.

