Die zweite Etappe der Vuelta a Espana 2026 führt das Peloton am Sonntag über 214,3 Kilometer von Monaco nach Manosque und ist damit zugleich die längste Etappe der diesjährigen Rundfahrt. Ein gewöhnlicher Sprinttag sieht allerdings anders aus: Rund 3.000 Höhenmeter, zahlreiche kleinere Wellen und eine anspruchsvolle Schlussphase machen den Ausgang deutlich offener.

Zwei Bergwertungen und kaum Zeit zum Durchatmen
Nach dem Start in Monaco geht es über Nizza hinein in die Provence, wo das Profil schnell anspruchsvoller wird. Der Alto Châteauneuf-Grasse ist als Bergwertung der 3. Kategorie rund 13 Kilometer lang und im Mittel knapp drei Prozent steil. Später wartet mit dem Col de Saint-Andrieu die zweite Bergwertung der 3. Kategorie, die mit knapp fünf Kilometern bei rund 4,8 Prozent deutlich kompakter ausfällt. Danach bleibt die Strecke ständig wellig: Auf den letzten 100 Kilometern wechseln sich Anstiege, Abfahrten und zahlreiche Kurven ab. Erst spät führt der Kurs über Gréoux-les-Bains und Valensole Richtung Manosque. Gerade nach mehr als 200 Kilometern könnten die vielen Höhenmeter dafür sorgen, dass einige reine Sprinter bereits vor dem Finale aus dem Spiel sind.
Pedersen der Topfavorit – aber das Finale bietet Chancen für Puncheure
Auf dem Papier spricht besonders viel für Mads Pedersen. Der Däne kommt mit langen, schweren Etappen hervorragend zurecht und kennt Manosque bestens: Bei der Tour de la Provence gewann er dort sowohl 2024 als auch 2025. Eine aktuelle Streckeneinschätzung nennt ihn deshalb vor Matthew Brennan und Bryan Coquard als Favoriten. Auch Kaden Groves, Jordi Meeus und natürlich Wout van Aert gehören zum erweiterten Kreis der Kandidaten. Entscheidend dürfte die anspruchsvolle Zielanfahrt werden: Die letzten Kilometer nach Manosque sind technisch, teilweise eng und ansteigend, weshalb nicht zwingend der schnellste klassische Sprinter gewinnt. Ein reduziertes Feld erscheint wahrscheinlicher als ein völlig geschlossener Massensprint – und genau das dürfte Fahrern wie Pedersen oder Van Aert entgegenkommen.
Radikale Prognose: Matthew Brennan holt sich den Sieg
Die zweite Etappe der Vuelta a Espana 2026 sieht schwerer aus als sie ist. Das Auf und Ab würde die reinen Flachlandsprinter in Probleme bringen, aber die meisten hier anwesenden schnellen Männer überstehen diese Hügel. Wenn Tadej Pogacar mit seiner Mannschaft dieses Teilstück nicht übertrieben schwer gestaltet, werden wir hier eine interessante Sprinter-/Puncheur-Ankunft zu sehen bekommen. Matthew Brennan ist diese Etappe wie auf den Leib geschneidert. Gerade wenn auch der Sprint bergauf geht, ist er nur schwer zu schlagen. Vielleicht ist sogar Pogacar selbst sein größter Gegner. Dark Horse für diese Etappe ist Axel Laurance. Der Franzose mag diese halbschweren Teilstücke. Ist er in Form und bekommt er freie Fahrt, kann er hier gewinnen.

