Auf der 3. Etappe der Vuelta a Espana 2026 wird es erstmals ernst für die Klassementfahrer. Nach 174 Kilometern zwischen Gruissan und Font Romeu wartet die erste Bergankunft der Rundfahrt – und Tadej Pogacar geht nach seinem dritten Platz in Manosque weiterhin im Roten Trikot in den Tag, neun Sekunden vor Wout van Aert.

Vom Mittelmeer hinauf auf fast 2.000 Meter
Von Gruissan an der Mittelmeerküste führt die Etappe zunächst über weitgehend flaches Terrain und vorbei an Perpignan in Richtung Pyrenäen. Erst im zweiten Teil beginnt die Straße allmählich anzusteigen, insgesamt kommen rund 2.640 Höhenmeter zusammen. Entscheidend werden die letzten 36 Kilometer: Der Col de Mont-Louis ist 19,4 Kilometer lang, durchschnittlich 4,8 Prozent steil und als Bergwertung der 1. Kategorie eingestuft. Sein Gipfel liegt nur gut 16 Kilometer vor dem Ziel. Nach einem kurzen leichteren Abschnitt folgt direkt der 9,8 Kilometer lange Schlussanstieg nach Font Romeu, der im Mittel fast fünf Prozent erreicht und zur 2. Kategorie zählt. Das Ziel liegt auf 1.936 Metern Höhe. Extrem steile Rampen fehlen, doch die lange, nahezu zusammenhängende Kletterpartie dürfte das Feld erstmals deutlich ausdünnen.
Pogacar ist Favorit – erste Standortbestimmung der Kletterer
Im Roten Trikot ist Tadej Pogacar auch der naheliegende Favorit auf den Tagessieg. Der Schlussanstieg ist gleichmäßig genug, um dem UAE Team Emirates-XRG die Kontrolle zu ermöglichen, zugleich aber nicht so schwer, dass zwingend große Abstände entstehen müssen. Eine späte Attacke oder ein Sprint einer kleinen Favoritengruppe sind gleichermaßen denkbar. Aktuelle Einschätzungen sehen besonders Oscar Onley, Richard Carapaz und Mattias Skjelmose als gefährliche Herausforderer. Dahinter müssen auch Primoz Roglic, Felix Gall, Enric Mas, Santiago Buitrago, Tobias Johannessen und Valentin Paret-Peintre zeigen, wie gut ihre Beine tatsächlich sind. Gall verlor auf der zweiten Etappe bereits zusätzliche Sekunden durch eine Teilung des Feldes und dürfte ein kontrolliertes Finale bevorzugen. Eine Ausreißergruppe besitzt Chancen, falls UAE das Rote Trikot nicht unbedingt verteidigen möchte – ansonsten spricht vieles für den ersten direkten Schlagabtausch der Klassementfahrer.
Radikale Prognose: Pogacar siegt, aber ohne große Zeitabstände
Tadej Pogacar hat die Chance bei der Vuelta a Espana 2026 einen Start-Ziel-Sieg hinzulegen. Und irgendwie glaube ich daran, dass er das schaffen will. Ich glaube nicht, dass er das Rote Trikot abgeben wird. Morgen gewinnt er die dritte Etappe spielend leicht. Entweder wird der Weltmeister aus Slowenien attackieren und alle Kontrahenten stehen lassen, oder seine Mannschaft wird das Tempo konstant hochhalten und am Ende gewinnt er den Sprint um den Tagessieg. Spannend wird es dahinter im Kampf um Platz zwei. Tobias Halland Johannessen hat heute bewiesen, dass er aufmerksam ist und gute Beine hat. Auch Oscar Onley ließ sich nicht abschütteln. Vermutlich werden diese beiden Fahrer auch morgen die größten Kontrahenten von Pogacar sein. Als Dark Horse würde ich Léo Bisiaux bezeichnen, falls er nicht nur für Felix Gall fahren muss.

