Die 4. Etappe der Vuelta a Espana 2026 gehört zu den ersten echten Schlüsselprüfungen der Rundfahrt. Auf gerade einmal 104,8 Kilometern mit Start und Ziel in Andorra la Vella warten drei Bergwertungen der 1. Kategorie und eine weitere der 3. Kategorie. Rund 3.000 Höhenmeter auf dieser kurzen Distanz versprechen ein intensives Rennen, bei dem die Klassementfahrer kaum Zeit zum Verschnaufen bekommen.

Vier Anstiege auf gerade einmal 104,8 Kilometern
Schon nach 1,8 Kilometern beginnt der Port d’Envalira und lässt praktisch keine Einrollphase zu. Der 23,3 Kilometer lange Anstieg der 1. Kategorie führt mit durchschnittlich 5,1 Prozent auf 2.409 Meter und damit an den höchsten Punkt der diesjährigen Vuelta. Nach der langen Abfahrt folgt bei Kilometer 52,8 die Collada de Beixalís: nur 6,5 Kilometer lang, dafür mit 8,5 Prozent im Schnitt die steilste große Prüfung des Tages. Nach dem Zwischensprint in Ordino geht es fast unmittelbar in den Coll d’Ordino, der über 9,9 Kilometer bei sieben Prozent ebenfalls zur 1. Kategorie zählt. Den Abschluss bildet La Comella mit 3,9 Kilometern bei 5,9 Prozent. Von der Kuppe bleiben lediglich 4,8 Kilometer bis ins Ziel in Andorra la Vella. Auf insgesamt 104,8 Kilometern summieren sich damit rund 3.000 Höhenmeter – eine enorme Dichte an Kletterarbeit.
Kaum Platz für einen schwachen Moment
Gerade die Kürze der Etappe dürfte dafür sorgen, dass von Beginn an kaum taktische Ruhe einkehrt. Wer am Envalira früh Probleme bekommt oder auf einer der Abfahrten den Anschluss verliert, hat zwischen den nächsten Anstiegen nur wenig Gelegenheit zur Rückkehr. Für Tadej Pogacar ist das Profil wie geschaffen, doch auch Primoz Roglic, Joao Almeida, Oscar Onley, Richard Carapaz, Felix Gall, Enric Mas oder Mattias Skjelmose können die kurzen, harten Anstiege für Attacken nutzen. Besonders die Collada de Beixalís und der Coll d’Ordino bieten sich an, um das Klassement erstmals deutlich auseinanderzuziehen. Gleichzeitig verhindert die abschließende Abfahrt eine klassische Bergankunft: Wer an La Comella angreift, muss seinen Vorsprung noch knapp fünf Kilometer verteidigen. Dadurch könnten auch taktische Allianzen und Abfahrtsstärke eine Rolle spielen. Vieles spricht für ein explosives Rennen, bei dem bereits kleine Schwächen große Folgen haben können. Auch ein starker Ausreißer könnte lange gefährlich bleiben.
Radikale Prognose: Pogacar verteilt (noch) keine Geschenke
Machen wirs kurz: Auch morgen ist Dominator Tadej Pogacar der klare Favorit auf den Tagessieg. Es werden Etappen kommen, die der Slowene an eine Fluchtgruppe verschenken wird. Die morgige zählt aber noch nicht dazu. Will Pogacar einen Zeitabstand herausfahren, attackiert er bereits am Coll d’Ordino. Ansonsten entscheidet er den Kampf um den Tagessieg im Sprint nach der letzten Bergwertung.

