Giro d’Italia 2026: Am 8. Mai 2026 ist es soweit, die erste Grand Tour der Saison startet in Bulgarien. Über 21 Etappen und insgesamt mehr als 3.400 Kilometer müssen die Profis aus 23 Teams zurücklegen. Der Giro endet am 31. Mai in Rom. Krönt sich Top-Favorit Jonas Vingegaard bei seiner ersten Teilnahme im Rosa Trikot zum Gesamtsieger?
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Giro d’Italia 2026: Grande Partenza in Bulgarien
In diesem Jahr startet der Giro d’Italia, die berühmte „Corsa Rosa“, erneut im Ausland, diesmal in Bulgarien. Es ist die 16. ausländische Auftaktetappe in der Geschichte dieser Grand Tour und die zweite in Folge. Die Grande Partenza führt den Giro von Osten nach Westen durch Bulgarien, vorbei an beeindruckenden Landschaften und bedeutenden Städten, und ermöglicht den bulgarischen Fans, Weltklasse-Radsport hautnah zu erleben. Im Fokus stehen auf zwei von drei bulgarischen Etappen die Sprinter. Mit Tobias Lund Andresen [Decathlon CMA CGM], Jonathan Milan [Lidl – Trek] und Paul Magnier [Soudal – Quick-Step] haben bereits einige Top-Sprinter ihre Teilnahme angekündigt.

Vom Blockhaus über die Alpen und in die Dolomiten
Beim Giro d’Italia 2026 wird auch für die Kletterer einiges angeboten. So muss auf dem siebten Teilstück – dem längsten der Rundfahrt – bereits der Blockhaus bezwungen werden. Spätestens hier bekommt die Gesamtwertung Struktur. Die zweite Giro-Woche beginnt direkt mit einem über 40 Kilometer langen und sehr flachen Einzelzeitfahren in der Toskana. Nur wenige Tage später geht es in die Alpen. Vor allem Etappe 14 wird mit einer Bergankunft in Pila für große Abstände sorgen. Zur Königsetappe kommen wir aber erst in der Schlusswoche. Denn das 19. Teilstück führt die Fahrer auf dem Weg nach Alleghe über sechs Anstiege. Und als wäre das noch nicht genug, folgt darauf am vorletzten Tag eine weitere Bergankunft in Piancavallo.
Giro d’Italia 2026 Teams: 3 weitere Wildcards verfügbar
Neben den 18 gesetzten WorldTour-Teams, dürfen weitere fünf Mannschaften am Giro d’Italia 2026 teilnehmen. Bereits fest stehen die Wildcards für die Teams Tudor und Pinarello Q36.5. Mit der bereits qualifizierten Equipe NSN (ehemals Israel – Premier Tech) nehmen damit drei Schweizer Rennställe an der diesjährigen Italien-Rundfahrt teil. Seine Teilnahme abgesagt hat die französische Mannschaft Cofidis. Daher darf der Rennveranstalter RCS noch drei weitere Wildcards verteilen. Gerechnet wird mit Zusagen für die italienischen Zweitdivisionäre Bardiani CSF 7 Saber undPolti VisitMalta. Weitere italienische Teams dürfen nicht nominiert werden, da nur Mannschaften aus den Top 30 des UCI WorldTour Rankings eine Einladung für eine Grand Tour erhalten können. Daher dürfen sich die Unibet Rose Rockets berechtigte Hoffnungen machen.
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Jonas Vingegaard ist der Topfavorit auf den Gesamtsieg
Im Vorjahr triumphierte sensationell Simon Yates [Visma | Lease a Bike], nachdem er am Colle delle Finestre seine Kontrahenten Isaac del Toro [UAE – XRG] und Richard Carapaz [EF Education – EasyPost] distanzieren konnte. Weil der Brite vor wenigen Tagen sein Karriereende bekannt gab und der Mexikaner bei der Tour de France am Start stehen wird, bleibt uns von den Top 3 des Vorjahres nur Carapaz erhalten. Der Ecuadorianer ist aber dennoch nicht der Top-Favorit auf den Gesamtsieg. Denn mit Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike] ist ein zweifacher Tour-Sieger und der amtierende Sieger der Vuelta a Espana mit dabei. Dem Dänen liegen die vielen Hochgebirgsetappen und auch sein Team wird zu den stärksten zählen. Daher geht er als ganz klarer Top-Favorit ins Rennen. Rechnen muss er vor allem mit Joao Almeida [UAE – XRG], mit dem er sich schon vor wenigen Monaten in Spanien messen durfte.
Giro d’Italia 2026 Etappen auf einen Blick

1. Etappe: Nessebar – Burgas (156 km)
Der Giro d’Italia 2026 startet in Bulgarien. Läuft alles wie erwartet, darf sich ein Sprinter über die erste Maglia Rosa freuen. Aber Vorsicht: Der Küste entlang könnte der Wind pfeifen und damit vor allem bei Kletterern für Probleme sorgen. Gute Helfer in der Ebene könnten für sie heute hilfreich sein.

2. Etappe: Burgas – Veliko Tarnovo (220 km)
Die zweite Etappe ist lang und wellig, mit zwei kategorisierten Anstiegen und einer anspruchsvollen Schlusssteigung zum Lyaskovets-Klosterpass. Hier könnten die Sprinter ins Hintertreffen geraten. Die Etappe dürfte einem Puncheur oder einem reduzierten Feld den Sieg bringen.

3. Etappe: Plovdiv – Sofia (174 km)
Zwar gibt es heute einen längeren Anstieg zum Borovets-Pass, danach führen aber rund 70 km bergab ins Ziel. Das Teilstück endet auf einer komplett geraden Strecke, die ideal für einen klassischen Sprint ist. Die Helfer der hügelfesten Sprinter werden versuchen, die reinen Sprinter abzuhängen.

4. Etappe: Catanzaro – Cosenza (144 km)
Die erste Etappe auf italienischem Boden ist direkt eine knifflige. Der Berg befindet sich in der zweiten Rennhälfte und wird daher die Sprinter aus dem Rennen um den Tagessieg nehmen. Die letzten Kilometer führen zur Ziellinie zudem leicht bergauf. Vermutlich entscheidet ein Puncheur die Etappe für sich.

5. Etappe: Praia a Mare – Potenza (204 km)
Heute könnte ein Tag für die Ausreißer sein, falls der Träger des Rosa Trikots kein Interesse an der Verteidigung haben sollte. Der Zweitkategorie-Berg ist härter als er aussieht. Vielleicht wagt sogar ein GC-Fahrer einen Angriff.

6. Etappe: Paestum – Napoli (161 km)
Auch die sechste Etappe ist keine tellerflache Angelegenheit. Der letzte Hügel kurz vor dem Ziel könnte eine Chance für eine späte Attacke bieten. Er ist 2 Kilometer lang und im Schnitt 6,2 Prozent steil. Wer auch gut bergab fahren kann, sieht hier seine Chance auf den entscheidenden Angriff.

7. Etappe: Formia – Blockhaus (246 km)
Hinauf gehts zum Blockhaus. Natürlich wird es hier klare Abstände geben. Die Etappe ist insgesamt nicht allzu schwer, aber der Schlussanstieg wird für eine erste Ordnung in der Gesamtwertung sorgen.

8. Etappe: Chieti – Fermo (159 km)
Je nachdem, wer sich auf dem Blockhaus das Rosa Trikot geholt hat, wird dieser heute entscheiden, ob das Trikot abgegeben werden darf oder nicht. Denn heute ist die perfekte Etappe für eine Fluchtgruppe. Falls die Ausreißer nicht durchgelassen werden, gewinnt am Ende einer der besten Puncheure im Peloton.

9. Etappe: Cervia – Corno alle Scale (184 km)
Die neunte Etappe des Giro d’Italia 2026 sieht aus wie eine klassische Vuelta-Etappe. Flach bis zum Schlussanstieg und dann gehts hoch hinaus. Hier werden Abstände gemacht.

10. Etappe: Viareggio – Massa TUDOR ITT (40,2 km)
Im Zeitfahren auf der zehnten Etappe müssen die Bergziegen ganz stark sein. Denn diese 40,2 nahezu tellerflachen Kilometer werden für sehr große Abstände sorgen. Der Tagessieg kann nur an einen Zeitfahr-Spezialisten gehen. Es wird Minutenabstände geben.

11. Etappe: Porcari (Paper District) – Chiavari (178 km)
Müsste man heute auf den Tagessieger wetten, sollte man sich einen potentiellen Ausreißer raussuchen. Das wellige Profil nach Chiavari ist für die Sprinter zu schwer und für die Klassementfahrer zu leicht – also: Ausreißer-Sieg.

12. Etappe: Imperia – Novi Ligure (177 km)
Auch die zwölfte Etappe ist eine Angelegenheit für die Ausreißer. Wieder stellen sich den Sprintern zwei Hügel in den Weg, die ihnen das Leben schwer machen.

13. Etappe: Alessandria – Verbania (186 km)
Ein starker Hügelfahrer bzw. Puncheur wird sich den Etappensieg in Verbania sichern. Vermutlich wird sich direkt nach Rennstart eine relativ große Fluchtgruppe vom Hauptfeld lösen und dann den Tagessieg unter sich ausmachen. Die Sprinter sollten auch heute chancenlos sein, weil die beiden letzten Hügel zu schwer für sie sind.

14. Etappe: Aosta – Pila (133 km)
Jetzt wird es ernst. Auf dem Weg nach Pila sind fünf Bergwertungen zu meistern. Direkt nach dem Startschuss geht es derart bergauf, dass das Gruppetto sofort gebildet werden muss. Die Sprinter werden diesen Tag hassen. Für die Klassementfahrer ist heute ein sehr entscheidender Tag. Ein hoher Zeitverlust oder -gewinn ist möglich.

15. Etappe: Voghera – Milano (136 km)
Endlich … werden die Sprinter sich denken. Endlich ein klassischer Massensprint. Heute wird sich vermutlich gar keine oder nur eine sehr kleine Ausreißergruppe bilden, denn der Massensprint in Mailand ist sicher.

16. Etappe: Bellinzona – Carì (113 km)
Nächste Bergankunft! Willkommen in der Schweiz. Der Schlussanstieg ist enorm lang und kann als Rollerberg bezeichnet werden. Aber auch heute wird es zu Zeitabständen kommen, wenn einer der Favoriten ernst macht und das Rennen früh im Schlussanstieg schnell machen möchte.

17. Etappe: Cassano d’Adda – Andalo (200 km)
Auf der 17. Etappe sind wieder die Ausreißer an der Reihe. Das wellige Profil hält die Teams der Sprinter fern und den starken Bergfahrer sind die kleinen Hügel zu kurz. Vermutlich wird sich eine sehr große Fluchtgruppe den Tagessieg holen.

18. Etappe: Fai della Paganella – Pieve di Soligo (167 km)
Da es nicht allzu viele Möglichkeiten für die Sprinter gegeben hat, werden sie heute alles daran setzen, dass der Tagessieg an sie geht. Das Profil ist dafür aber alles andere als perfekt. Der letzte Hügel ist im Durchschnitt 11 Prozent steil – und damit für die meisten schnellen Männer zu hart. Hier wird sich wohl ein mutiger Puncheur durchsetzen.

19. Etappe: Feltre – Alleghe (Piani di Pezzè) (151 km)
Von einigen Experten wird die 19. Etappe als Königsetappe bezeichnet. Sechs Bergwertungen sind zu absolvieren. Wer seinen Formhöhepunkt schon vor einigen Tagen hatte, wird heute dafür büßen. Da der Schlussanstieg zu kurz ist, wird das Rennen vermutlich schon am Passo Giau gemacht.

20. Etappe: Gemona del Friuli 1976-2026 – Piancavallo (199 km)
Wagt heute einer der GC-Fahrer einen überraschend frühen Angriff? Mit einer Relais-Station könnte das sinnvoll sein. Denn nur am Schlussanstieg selbst wird es schwierig, noch einmal das Ruder komplett herumzureißen.

21. Etappe: Roma – Roma (131 km)
In Rom endet der Giro d’Italia 2026 mit einem klassischen Massensprint. Viele Gelegenheiten hatten die Sprinter in diesem Jahr nicht, aber heute wird ein klassischer Sprint Royale nicht zu verhindern sein.
-> Talent: Jarno Widar
-> Talent: Jørgen Nordhagen
-> Talent: Héctor Álvarez


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