Die Tour of the Alps 2026 führt die Profis über 762,7 Kilometer von Innsbruck bis nach Bozen. Mit Giulio Pellizzari dürfen sich die italienischen Fans auf einen der Favoriten freuen. Er bekommt es unter anderem mit Derek Gee-West und einem enorm stark besetzten Team Ineos Grenadiers zu tun. Aber auch einige spannende Talente nehmen den ehemaligen Giro del Trentino in Angriff.
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Tour of the Alps 2026: Zum Jubiläum ein italienischer Sieg?
Als Vincenzo Nibali zuletzt hier siegreich war, hieß das Rennen noch Giro del Trentino. 13 Jahre ist dieser Erfolg her. Seitdem hat kein Italiener mehr gewonnen. Das soll sich nun ändern, denn in Giulio Pellizzari [Red Bull – Bora – hansgrohe] setzen die italienischen Fans hohe Erwartungen. Es wäre genau der richtige Zeitpunkt für einen Heimsieg. Denn auch wenn die Rundfahrt insgesamt zum 49. Mal stattfindet und damit das Jubiläum erst 2027 zu feiern ist, wird das Rennen nun zum zehnten Mal unter dem Namen Tour of the Alps ausgetragen. Die Strecke führt die Profis auch 2026 über zahlreiche harte Berge und anspruchsvolle Hügel. Sprinter haben sich hierher nicht verirrt. Die Klassementfahrer müssen jeden Tag wachsam sein und um Sekunden kämpfen. Am Montag, den 20. April beginnt das Spektakel in Innsbruck und es endet nach fünf schweren Etappen am Freitag in Bozen.

Erst am letzten Tag wird die Tour of the Alps 2026 entschieden
Traditionell gibt es bei der Tour of the Alps keinen Tag zum Verschnaufen. Drei Hügeletappen werden für Struktur im Gesamtklassement sorgen, zwei Teilstücke machen den Unterschied. Erstmals ist dies am zweiten Tag der Fall. Dann gilt es für die Profis von Telfs nach Val Martello 147,5 Kilometer zurückzulegen. Der Piller Sattel und der Reschenpass prägen das Rennen. Aber erst im Schlussanstieg zum Zielort werden die entscheidenden Angriffe geritten. Hier entscheidet sich, wer dann am letzten Tag tatsächlich um den Gesamtsieg fahren darf. Am Freitag beginnt die Etappe in Trento und endet in Bozen. Sie ist nur 128,6 Kilometer lang und damit umso härter. Denn sie ist kurz und heftig. Der letzte Anstieg in Jenesien muss gleich zweimal befahren werden. Er ist lang und schwer. Hier kann und wird der Gesamtführende noch einmal intensiv herausgefordert. Wer das GC der Tour of the Alps 2026 für sich entscheiden will, muss also vor allem auf den Etappen #2 und #5 in Topform sein.

Giulio Pellizzari ist der Favorit auf den Gesamtsieg
Nicht zu unrecht hoffen die italienischen Fans auf einen Heimsieg. Bei Betrachtung der Startliste muss man zugeben: Giulio Pellizzari [Red Bull – Bora – hansgrohe] ist hier der Favorit. Er darf auch starke Helfer bauen und hat bereits in diesem Jahr gezeigt, dass er am Berg nur schwer abzuhängen ist. Ihm kommt natürlich entgegen, dass kein Zeitfahren zu absolvieren ist, sonst wären seine Herausforderer Derek Gee-West [Lidl – Trek] und Thymen Arensman [Ineos Grenadiers] im Vorteil. Dennoch muss man die beiden auf der Rechnung haben, ebenso wie Arensmans Teamkollegen Egan Bernal und den Australier Michael Storer [Tudor]. Nicht zu unterschätzen sind dessen Landsmann Ben O’Connor [Jayco AlUla] und der Brite Max Poole [Picnic PostNL].
Ein spannender Blick auf zahlreiche Toptalente
Besonders interessant wird die Tour of the Alps 2026 für diejenigen, die sich gerne mit den Stars der Zukunft befassen. Denn auf der Startliste stehen einige vielversprechende Toptalente. Davide Donati – frischgebackener Sieger von Paris-Roubaix Espoirs – fährt für Red Bull – Bora – hansgrohe an der Seite des Topfavoriten, ebenso wie Klettertalent Lorenzo Finn. Bei Bahrain – Victorious setzt man vermutlich sogar als Kapitän auf das Talent Jakob Omrzel. Mit Kasper Borremans wurde ein zweites Toptalent nominiert. Unser Dark Horse aber ist ein alter Hase – und hier liegt die Betonung wirklich auf alt. Denn Domenico Pozzovivo [Solution Tech NIPPO Rali] gibt mit 43 Jahren sein Comeback. Sein letztes Rennen bestritt der Kletterer am 12. Oktober 2024. Wie stark wird er zurückkommen?

Domenico Pozzovivo fährt den Giro del Trentino zum 17. Mal
Die Geschichte von Domenico Pozzovivo bei dieser Rundfahrt ist weit länger als die der Tour of the Alps. Während die Rundfahrt unter diesem Namen zehnjähriges Jubiläum feiert, ist der Italiener nun zum 17. Mal mit dabei. Wahnsinn! Er gewann drei Etappen und fuhr 25x in die Top 10. Satte 6x beendete er die Rundfahrt in der Gesamtwertung auf dem Podium. Im Jahr 2012 könnte er sie sogar gewinnen – vor Damiano Cunego. Im Jahr 2005 bestritt Domenico Pozzovivo erstmals den Giro del Trentino. Damals musste er sich mit Gilberto Simoni, Franceso Casagrande und Bo Hamburger messen. Unfassbar, wie lange dieser Mann schon im Sattel sitzt.
Tour of the Alps 2026 Etappen

20. April, 1. Etappe: Innsbruck–Innsbruck (144,3 km)
Die Tour of the Alps 2026 beginnt mit einer mittelschweren Auftaktetappe rund um Innsbruck. Nach flachem Start ermöglichen Rundkurse mit ersten Anstiegen sowie einer selektiven Rampe nach Götzens bereits Unterschiede, ehe die Etappe im Stadtzentrum endet.

21. April, 2. Etappe: Telfs–Val Martello (147,5 km)
Am zweiten Tag wird es deutlich anspruchsvoller: Von Telfs nach Martell prägen längere Anstiege wie der Piller Sattel und der Reschenpass das Rennen. Die Entscheidung fällt wahrscheinlich am steilen Schlussanstieg nach Martell mit anschließendem welligem Finale.

22. April, 3. Etappe: Latsch–Arco (174,5 km)
Die dritte Etappe führt von Latsch nach Arco und enthält mit dem Hofmahdjoch den höchsten Punkt der Rundfahrt. Weitere längere Anstiege und ein Rundkurs sorgen für ein selektives Rennen, bevor es flach ins Ziel geht.

23. April, 4. Etappe: Arco–Trento (167,8 km)
Die vierte Etappe gilt als Königsetappe und führt nach Trient. Mehrere schwere Berge der ersten Kategorie sowie ein anspruchsvoller Rundkurs mit steilen Rampen und technisch schwierigem Finale machen sie zur entscheidenden Etappe im Kampf um den Gesamtsieg.

24. April, 5. Etappe: Trento–Bozen (128,6 km)
Zum Abschluss geht es von Trient nach Bozen. Trotz kurzer Distanz sorgen frühe und wiederholte Anstiege – besonders auf einem Rundkurs bei Jenesien – für letzte Angriffsmöglichkeiten. Nach Abfahrt und Finale in Bozen fällt die Entscheidung um den Gesamtsieg.
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