Tim Merlier hat den Scheldeprijs und die Ronde van Limburg gewonnen. Es war nicht spektakulär, aber souverän. Der Belgier ist derzeit der beste Sprinter der Welt, obwohl sein Sprintzug nicht funktioniert.
Tim Merlier gewinnt ohne Sprintvorbereitung
Viele Rennen hat Tim Merlier in dieser Saison nicht bestritten. Die wenigen aber zeigen uns, wohin die Reise geht. Der Belgier hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesteigert. Sein Punch – der Moment, in dem er Antritt – ist deutlich explosiver geworden. Der mittlerweile 33-Jährige kommt dadurch auf eine so enorme Endgeschwindigkeit, dass er nicht mehr überholt werden kann. Sein einziges Problem ist aktuell die Positionierung, denn seine Mannschaft funktioniert nicht. Merlier findet sich immer wieder auf dem letzten Kilometer als Solist wieder. Wo sind die Teamkollegen?
Scheldeprijs: Ein Antritt aus dem Nichts
Wir schreiben den 8. April 2026. Der Scheldeprijs wird ausgefahren. Er gilt als die inoffizielle Weltmeisterschaft der Sprinter. Tim Merlier hat ihn nun zum dritten Mal in Folge gewonnen. Die Zahlen, Ergebnisse und Statistiken bestätigen also unsere These: Tim Merlier ist der beste Sprinter der Welt. An diesem Tag sehen wir auch warum.

Wir beginnen damit, dass Jasper Philipsen (rot) noch zwei Teamkollegen vor sich hat und sich in bester Position befindet. Tim Merlier (grün) hat noch einen Teamkollegen bei sich, ist aber bereits von ihm getrennt.

Der Sprint wird lanciert. Jasper Philipsen hat die beste Position, während Tim Merlier eingeklemmt wird und niemanden mehr an seiner Seite hat.

Wirklich nur einen Augenblick später hat sich alles entzerrt. Ganz vorne sind jetzt Max Walscheid und Jordi Meeus zu sehen, dahinter Jasper Philipsen und ganz rechts Tim Merlier, der mit einer enormen Geschwindigkeit einfach an allen vorbeirauscht.

Niemand kann ihm folgen. Es ist bemerkenswert, dass es alle an seinem Hinterrad nach vorne spült. Nur zur Orientierung: Meeus und Walscheid müssen sich am Ende mit den Plätzen 14 und 20 zufrieden geben. Alle, die am Hinterrad von Merlier waren, spült es nach vorn. Sein Sieg? Völlig ungefährdet. Philipsen, der perfekt positioniert war und noch zwei Teamkollegen hatte, wird am Ende nur Achter.
Ronde van Limburg: Tim Merlier ist einfach schneller
Wenige Tage später findet die Ronde van Limburg statt. Tim Merlier kann sich wieder nicht auf eine gute Sprintvorbereitung verlassen. In der entscheidenden Phase ist er völlig alleine.

Schon längst innerhalb des letzten Kilometers angekommen, kämpft sich Tim Merlier (grün) nach vorne. Die Lücke ist sichtbar. Währenddessen wird Gerben Thijssen (rot) der Sprint eigentlich mustergültig angefahren. Am Hinterrad von Merlier sehen wir übrigens Fernando Gaviria.

Noch während Thijssen der Sprint von seinem Teamkollegen angezogen wird, rauscht Merlier bereits vorbei. An seinem Hinterrad fährt Gaviria einfach mit.

Tim Merlier zündet endgültig den Turbo. Selbst am Hinterrad klebend, kann Gaviria nicht folgen. Am Ende wird der Kolumbianer Zweiter, nicht aber, weil er der zweitbeste Sprinter war, sondern weil er vom Speed von Merlier profitiert hat. Thijssen kommt trotz Anfahrer nicht auf Geschwindigkeit. Niemand kann Merlier auch nur annähernd folgen.
Was erwartet uns bei der Tour de France?
Das Team Soudal Quick-Step blickt auf eine lange Historie zurück. Mark Cavendish, Marcel Kittel und Fernando Gaviria haben in diesem Trikot Seriensiege eingefahren. Sie konnten auf einen perfekten Sprintzug bauen und mussten nur noch vollenden. Tim Merlier gewinnt seit Monaten ohne perfekte Vorbereitung. Er gewinnt, weil er einfach der schnellste Sprinter ist. Bis zur Tour de France vergehen noch einige Wochen. Wir können davon ausgehen, dass bis dahin sein Sprintzug funktionieren wird. Das Team kann sich auf ihn fokussieren – und er wird es zurückzahlen. Remco Evenepoel ist weg und der ganze Fokus kann jetzt auf den Flachetappen liegen. Bekommt Tim Merlier in seiner aktuellen Form mit seinen Fähigkeiten einen maßgeschneiderten Sprintzug, dann ist er nicht zu stoppen.


Stark gemacht von Dir dem Redakteur, genauso sehe ich das auch ! Derzeit ist auffällig das die ehmaligen Sieger zb.Gerben Thijssen bis ans Ziel getragen werden müssen um zu gewinnen! Was irgendwann klappen kann ,aber ganz viele Rennen versemmelt, dann gibt es viele Renners ,das sind Hinterradsurfer die warten einfach auf die Lücke ( kommt nach der Zielinie ha) und dann hast du einen frischen ( auch Kopf) Tim Merlier …wiederrum ist auffällig das jede Mannschaft die das Zepter in die Hand nimmt (mit Sprintzug) meist die Verlierer Mannschaft ist ,das sehen die Teams und damit wird immer länger gewartet um richtig schnell zu fahren ( Körner verschießen) somit entsteht mehr Chaos und ist für mich auch ein Teil Begründung für Stürze! Tim Merlier hat im Chaos den Selbständigen Überblick .