Der Giro d’Italia 2026 ist vorbei. Jetzt müssen die Teams Bilanz ziehen. Welche Mannschaft kann mit der eigenen Performance zufrieden sein und welche nicht? Ganz nach dem Motto „Keine Gnade für die Wade“ kennen die Schulnoten von radsport-radikal kein Erbarmen! Bei einigen Teams ist die Versetzung stark gefährdet …
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Einfach chancenlos
Mit überschaubaren Erwartungen war Alpecin–Premier Tech in den Giro d’Italia 2026 gestartet – erfüllt wurden selbst diese letztlich nicht. Die Hoffnungen auf Kaden Groves erhielten früh einen Dämpfer, als der Australier das Rennen vorzeitig aufgeben musste. Bereits auf den ersten Etappen hatte er zudem nicht den Eindruck vermittelt, in Bestform zu sein. Die übrigen Fahrer zeigten sich immerhin regelmäßig in Ausreißergruppen und bemühten sich um offensive Akzente. Wirklich zählbare Ergebnisse sprangen dabei jedoch nicht heraus, da man gegen die Konkurrenz meist chancenlos blieb. So hinterließ das Team zwar keinen völlig unsichtbaren Eindruck, blieb über drei Wochen hinweg aber weitgehend blass.
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Bahrain Victorious trotzt frühem Rückschlag
Die Mannschaft Bahrain – Victorious kann mit den eingefahrenen Ergebnissen sehr zufrieden sein. Nach dem Ausfall ihres Kapitäns Santiago Buitrago auf der zweiten Etappe machte das Team das Beste aus seinen Möglichkeiten. Alex Segaert gewann eine Etappe, Afonso Eulalio trug mehrere Tage das Rosa Trikot und belegte am Ende den sechsten Platz in der Gesamtwertung. Zudem wurde er mit dem Weißen Trikot als bester Nachwuchsfahrer ausgezeichnet. Viel besser wäre es selbst mit ihrem eigentlichen Kapitän kaum gelaufen. Schön mit anzusehen waren auch die Momente, in denen der erfahrene Damiano Caruso sich für den jungen Afonso Eulalio aufopferte.
Bardiani CSF 7 Saber setzt starke Akzente
Der italienische Zweitdivisionär Bardiani CSF 7 Saber hat sich beim Giro d’Italia 2026 teuer verkauft. Manuele Tarozzi gewann die Gesamtwertung der Zwischensprints, da er während der Rundfahrt ständig in Ausreißergruppen vertreten war. Das absolute Highlight verpasste Martin Marcellusi in Mailand nur knapp, als er aus einer Fluchtgruppe heraus Tagesdritter wurde. Etwas enttäuschend verliefen die Sprintankünfte. Enrico Zanoncello konnte nur einmal auf Rang neun sprinten. Außerdem wurde er nach der 15. Etappe disqualifiziert – wegen eines angeblichen Kopfstoßes. Hier ist der Italiener allerdings freizusprechen. Die Disqualifikation war nicht gerechtfertigt.
Gall führt Decathlon CMA CGM auf das Giro-Podium
Felix Gall hat seinem Team Decathlon CMA CGM einen hervorragenden Giro d’Italia beschert. Der Österreicher belegte den zweiten Platz in der Gesamtwertung und wurde auf fünf Bergetappen jeweils Etappenzweiter. Zu einem perfekten Giro d’Italia fehlt lediglich ein Etappensieg. Dieser konnte leider auch nicht bei den Sprintankünften eingefahren werden. Tobias Lund Andresen kam einem Tagessieg nur mit Rang zwei an Tag eins wirklich nahe. Lobenswert war hingegen die Leistung von Gregor Mühlberger, der in den Bergen ein treuer Edelhelfer war und sichtlich über sich hinausgewachsen ist.
Valgren sorgt für das große Highlight
EF Education – EasyPost ist mit vielen Fragezeichen zum Giro d’Italia angetreten und beendet die Rundfahrt mit mindestens einem großen Ausrufezeichen. Michael Valgren gewann sensationell eine Etappe aus einer Ausreißergruppe heraus, indem er sich clever verhielt und seine Kontrahenten im richtigen Moment stehen ließ. Kletterer Markel Belloki deutete sein Talent in den Bergen an, war über drei Wochen aber nicht konstant genug. Auch in den Massensprints zeigte sich das Team in Person von Madis Mihkels in positiver Form. Der Este raste 5x unter die Top 7. Jardi Christiaan van der Lee machte auf bergigem Terrain als äußerst offensiver Fahrer auf sich aufmerksam und war regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Insgesamt kann EF Education – EasyPost mit dem Giro d’Italia 2026 sehr zufrieden sein. Mit diesem Kader waren keine Wunderdinge zu erwarten.
Groupama – FDJ bleibt erwartbar blass
Der französischen Equipe Groupama – FDJ wurde vor dem Giro d’Italia 2026 nicht viel zugetraut – und wirklich mehr bekam man am Ende auch nicht zu sehen. Josh Kench präsentierte sich vor allem in der ersten Hälfte der Rundfahrt solide, fiel anschließend jedoch Schritt für Schritt zurück und konnte auch in Ausreißergruppen keine Akzente setzen. Paul Penhoët zeigte sich mit Rang drei zumindest auf der letzten Etappe in Rom. Johan Jacobs war ebenso mit Attacken aktiv wie Axel Huens oder Rémy Rochas. Schlussendlich war die Mannschaft aber in keiner Fluchtgruppe in der Lage, tatsächlich ein gutes Ergebnis einzufahren. Auch wenn die Nominierung schon im Vorfeld nicht besonders vielversprechend wirkte, kann das Team mit der Ausbeute bei diesem Giro d’Italia nicht zufrieden sein.
Starke Schlussphase rettet die Giro-Bilanz
Die deutsche Mannschaft Lidl – Trek hat ihre Bilanz an den letzten Tagen des Giro d’Italia noch einmal deutlich aufgebessert. Zu Beginn der Rundfahrt hatte das Team einige Rückschläge zu verkraften. Jonathan Milan verpasste die Eroberung des Rosa Trikots und musste sich in den Massensprints immer wieder Paul Magnier geschlagen geben. Giulio Ciccone erwischte für Fluchtgruppen stets den falschen Moment und GC-Fahrer Derek Gee-West stürzte schon auf der zweiten Etappe und büßte Zeit ein. Doch dann die Wende: Ciccone eroberte das Blaue Trikot, Gee-West fuhr in der Gesamtwertung noch auf Rang fünf nach vorne und Milan gelang auf der Schlussetappe in Rom sogar noch der Etappensieg. Was allerdings fehlt, ist das Punktetrikot, das wohl fest eingeplant war. Auch bei den Etappensiegen hatte man sich vermutlich mehr erhofft. Im Großen und Ganzen kann man jedoch keineswegs von einem enttäuschenden Giro d’Italia sprechen.
Lotto Intermarché erlebt einen Giro zum Vergessen
Eigentlich sollten Ausfälle von Fahrern nicht zulasten eines Teams gewertet werden. Bei Lotto Intermarché muss jedoch eine klare Ausnahme gemacht werden. Die belgische Mannschaft trat mit drei kranken Fahrern zum Giro d’Italia an und war deshalb bereits bei der Teampräsentation nur mit fünf Fahrern vertreten. Die drei angeschlagenen Fahrer schleppten sich durch die ersten Etappen, mussten die Rundfahrt schließlich völlig entkräftet aufgeben und konnten erwartungsgemäß keine nennenswerten Ergebnisse erzielen. Darunter befand sich auch Sprinter Arnaud De Lie. Von einer professionellen Mannschaft darf man erwarten, dass verletzte oder kranke Fahrer gar nicht erst an den Start geschickt werden. Bei Lotto Intermarché war dies jedoch nicht zum ersten Mal der Fall, weshalb dieser Umstand dem Team durchaus anzulasten ist. Hinzu kommt, dass auch Lennert van Eetvelt die Rundfahrt vorzeitig beenden musste. Am Ende steht ein zweiter Platz von Toon Aerts als bestes Ergebnis in den Büchern der Mannschaft. Schlechter kann sich ein Team aus der WorldTour kaum präsentieren.
Großer Einsatz, wenig Ertrag
Der spanischen Mannschaft Movistar muss man zugutehalten, dass sie es auf nahezu jeder Etappe versucht hat – insbesondere in den Bergen und auf hügeligen Etappen. Sie waren stets sichtbar, aber mit einem solchen Aufgebot muss etwas mehr herausspringen als Sichtbarkeit. Enric Mas blieb in der Gesamtwertung deutlich hinter den Erwartungen zurück und konnte auch aus Ausreißergruppen heraus nicht überzeugen. Einer Rubio zeigte sich zwar häufig offensiv, schaffte es am Ende jedoch nicht einmal, die Wertung des Red Bull KM für sich zu entscheiden. Für Orluis Aular investierte die Mannschaft auf mehreren Etappen viel Arbeit. Mehrfach wurde an Anstiegen das Tempo verschärft, um die Sprinter abzuhängen. Dennoch gelang es ihm nicht, eine Etappe zu gewinnen. Als sich die beste Gelegenheit bot, versagten seine Teamkollegen, die nicht in der ersten Gruppe vertreten waren und ihn im Stich ließen. Auf Grund wiederholter taktischer Fehler geht Movistar somit mit leeren Händen nach Hause. Da wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Netcompany Ineos erfüllt die Erwartungen weitgehend
Netcompany Ineos kann auf einen insgesamt soliden Giro d’Italia zurückblicken. Mit Filippo Ganna gelang der Mannschaft ein Etappensieg im Zeitfahren, während Thymen Arensman die Rundfahrt auf dem vierten Platz der Gesamtwertung abschloss. Natürlich ist es etwas enttäuschend, dass das Podium verpasst wurde. Schon vor Start der Rundfahrt rechneten aber nur die Wenigsten mit einem Platz auf dem Podium. Außerdem hatte Ben Turner auf einigen Sprintetappen und leicht hügeligen Teilstücken Pech, sodass möglicherweise sogar noch der eine oder andere Etappensieg möglich gewesen wäre. Gemessen an der Stärke des Aufgebots kann die britische Mannschaft mit ihrem Giro d’Italia durchaus zufrieden sein.
Viel Einsatz, aber kein Etappensieg
Das NSN Cycling Team hatte vor dem Giro d’Italia angekündigt, gezielt auf Etappensiege zu fahren – und genau diesen Ansatz konnte man während der gesamten Rundfahrt erkennen. Leider reichte es am Ende nicht zu einem Tagessieg. Ethan Vernon auf den Flachetappen, Corbin Strong im leicht hügeligen Terrain und Alessandro Pinarello im Hochgebirge zeigten sich regelmäßig in vorderster Front, konnten letztlich jedoch nicht mit den Allerbesten mithalten. Auch Jan Hirt präsentierte sich in den Bergen stark und war häufig in den entscheidenden Ausreißergruppen vertreten. Am Ende fehlten ihm jedoch sowohl das nötige Glück als auch die letzte Stärke. So bleibt in Erinnerung ein Giro d’Italia mit viel Einsatz und Präsenz, aber ohne den erhofften Etappensieg.
Stets bemüht, aber ohne das nötige Glück
Auch das Team Pinarello Q36.5 fällt unter diese Kategorie. Oft sah man die Männer in Schwarz in der Offensive, aber die Top-Ergebnisse fehlen am Ende der drei Wochen. Ausschlaggebend dafür waren auch die zahlreichen Ausfälle. Sprinter Matteo Moschetti musste schon am zweiten Tag aufgeben. Es folgten Fabio Christen, Sjoerd Bax und Nickolas Zukowski. Einen positiven Eindruck hinterließen David de la Cruz und Chris Harper, die in den Bergen immer wieder Akzente setzten, schlussendlich aber kein Glück hatten. Sicher wären sie in ihren jeweiligen Fluchtgruppen auch nicht die stärksten Fahrer gewesen, aber zumindest wären gute Platzierungen die Folge gewesen. Insgesamt wird die Teamleitung mit diesem Giro hadern, aber feststellen müssen, dass mehr einfach nicht möglich war.
Hindley rettet die Giro-Bilanz
Jai Hindley hat den Giro d’Italia für Red Bull – Bora – hansgrohe gerettet. Die eigentliche Hoffnung für die Gesamtwertung, Giulio Pellizzari, ist klar gescheitert. Hinter Jonas Vingegaard galt der junge Italiener für viele Experten als einer der stärksten Fahrer im Feld. Am Ende brach Pellizzari auch aufgrund einer Erkrankung ein und spielte weder in der Gesamtwertung noch in der Nachwuchswertung eine entscheidende Rolle. Hindley sprang in die Bresche und bewahrte die Mannschaft vor einer großen Enttäuschung, indem er sich einen Platz auf dem Podium erarbeitete. Dennoch blieb dem deutschen Team ein Etappensieg verwehrt. Insgesamt dürfte man mit diesem Ergebnis daher nicht zufrieden sein.
Paul Magnier gewinnt drei Etappen
Bei Soudal – Quick-Step gab es vor dem Giro d’Italia einen klaren Plan – und dieser ist perfekt aufgegangen. Paul Magnier gewann drei Etappen und war mit großem Abstand der stärkste Sprinter der Rundfahrt. Dabei überzeugte nicht nur er selbst, sondern auch die Mannschaft. Die Sprintvorbereitung und die gesamte Sprintanfahrt funktionierten wie aus dem Lehrbuch und legten die Grundlage für die Erfolge des Teams. Nach drei Wochen sichert sich Magnier zudem die Punktewertung. Bereits auf der ersten Etappe eroberte er das Rosa Trikot.
Jayco AlUla erlebt einen enttäuschenden Giro
Für Jayco AlUla war der Giro d’Italia 2026 eine Rundfahrt zum Vergessen. Die Hoffnung auf ein gutes Gesamtergebnis ruhte auf Ben O’Connor, doch der Australier war nicht in der nötigen Form, um dem Rennen seinen Stempel aufzudrücken. In der Gesamtwertung spielte er keine Rolle und auch in Ausreißergruppen gehörte er meist zu den ersten Fahrern, die den Anschluss verloren. Auch die Sprint-Hoffnungen erfüllten sich nicht. Pascal Ackermann konnte nicht in den Kampf um Etappensiege eingreifen und musste die Rundfahrt schließlich vorzeitig verlassen. Alan Hatherly hatte sich in dieser Saison bereits mehrfach in guter Verfassung präsentiert, blieb beim Giro d’Italia jedoch weitgehend unsichtbar.
Picnic PostNL ist einer Grand Tour nicht würdig
Es ist schwer in Worte zu fassen, wie enttäuschend der Giro d’Italia 2026 für die niederländische Mannschaft Picnic PostNL verlaufen ist. Mit einem viel zu schwach besetzten Aufgebot gelang es dem Team zu keinem Zeitpunkt, um vordere Platzierungen zu kämpfen. Ein neunter Platz stellt über die gesamten drei Wochen hinweg das beste Ergebnis dar. Casper van Uden spielte in den Massensprints keine Rolle, während die Kletterspezialisten um Warren Barguil und Gijs Leemreize in den Ausreißergruppen nie in die Nähe eines Spitzenergebnisses kamen. Zudem versuchte die Mannschaft zu selten, das Rennen aktiv mitzugestalten. Und wenn sie es tat, fehlte den Fahrern meist die nötige Stärke, um die erste Schwierigkeit des Tages zu überstehen. Ich glaube nicht, dass es in den vergangenen Jahren bei einer Grand Tour eine derart schwache Leistung einer Mannschaft gegeben hat. Unter dem Strich bleibt ein Giro d’Italia, der in jeder Hinsicht enttäuschend verlief. Mit den gezeigten Leistungen wurde das Team den Anforderungen eines WorldTour-Rennens und insbesondere einer Grand Tour nicht gerecht.
Polti VisitMalta belebt den Giro d’Italia
Wie es deutlich besser geht, zeigt ein Zweitdivisionär: Die Mannschaft Polti VisitMalta hat sich beim Giro d’Italia genau so präsentiert, wie es sich die Veranstalter von ihr erhofft hatten. Diego Pablo Sevilla eroberte zu Beginn der Rundfahrt das Bergtrikot und konnte es mehrere Etappen lang verteidigen. Alessandro Tonelli und Mattia Bais waren ebenso wie viele ihrer Teamkollegen regelmäßig in Ausreißergruppen vertreten und sorgten dafür, dass das Rennen immer wieder belebt wurde. Besonders überzeugen konnte Ludovico Crescioli. Der junge Italiener hielt zeitweise mit starken WorldTour-Fahrern mit und deutete sein großes Potenzial an. Er könnte in Zukunft zu einem starken Bergfahrer heranwachsen. Fast wäre der Mannschaft sogar ein Etappensieg gelungen. Mirco Maestri wurde in Mailand Tageszweiter, Giovanni Lonardi in Rom. Viel hat also nicht gefehlt.
Alles dominiert, alles unter Kontrolle
Visma | Lease a Bike ist mit dem klaren Ziel angetreten, den Giro d’Italia nicht nur zu gewinnen, sondern die Rundfahrt zu dominieren. Genau das ist den Gelb-Schwarzen eindrucksvoll gelungen. Jonas Vingegaard gewann fünf Etappen, Sepp Kuss eine. Damit dominierte die Mannschaft das komplette Hochgebirge des Giro d’Italia. Zu keinem Zeitpunkt der Rundfahrt kam ernsthafter Zweifel daran auf, dass der Däne den Giro gewinnen würde. Visma | Lease a Bike kontrollierte das Rennen nach Belieben und setzte die eigenen Vorstellungen konsequent durch. Besonders zu loben ist Davide Piganzoli, der unter Beweis gestellt hat, dass er im Hochgebirge ein wahrer Edelhelfer sein kann.
Tudor zeigt viel Präsenz, verpasst aber das Top-Ergebnis
Florian Stork hätte früh dafür sorgen können, dass der Giro d’Italia für das Tudor Pro Cycling Team zu einem echten Erfolg wird. Das Rosa Trikot verpasste der Deutsche nur knapp, ebenso wie einen Etappensieg. Dennoch präsentierte er sich während der Rundfahrt in starker Form. Auch Mathys Rondel und Michael Storer wussten insbesondere im Hochgebirge zu überzeugen. Für die ganz vorderen Plätze in der Gesamtwertung reichte es letztlich zwar nicht, dennoch waren beide häufig im Blickfeld und lange in den Gruppen der stärksten Fahrer vertreten. In den Sprintankünften konnten Robin Froidevaux und Luca Mozzato phasenweise überzeugen. Von einem Etappensieg aber waren sie wie zu erwarten war deutlich entfernt. Insgesamt hat Tudor bei diesem Giro d’Italia nicht viel gefehlt, um eine noch erfolgreichere Rundfahrt zu erleben.
UAE meistert den Fehlstart eindrucksvoll
Für das UAE Team Emirates – XRG hätte der Giro d’Italia 2026 kaum schlechter beginnen können. Bereits nach zwei Etappen musste die Mannschaft die Ausfälle von Adam Yates, Marc Soler und Jay Vine verkraften. Trotz der personellen Rückschläge und nur noch fünf verbliebenen Fahrern gelang es dem Team, das Maximum aus dieser Rundfahrt herauszuholen. Jhonatan Narvaez gewann drei Etappen, Igor Arrieta eine. Etwas enttäuschend verlief der Giro für Jan Christen und Antonio Morgado. Der Schweizer und der Portugiese versuchten zwar immer wieder, Akzente zu setzen, überschätzten sich jedoch auf vielen Etappen selbst und dürften mit ihren eigenen Leistungen nicht zufrieden sein. Solche Freiheiten hätten sie in bessere Resultate ummünzen müssen. Die Teambilanz aber stimmt. Die Mannschaft kann auf einen erfolgreichen Giro d’Italia zurückblicken – insbesondere angesichts des enormen Pechs, das sie bereits am zweiten Renntag ereilte.
Eine fast gelungene Grand-Tour-Premiere
Die Unibet Rose Rockets haben bei ihrer ersten Grand Tour einen guten, aber keinen sehr guten Eindruck hinterlassen. Der erhoffte Etappensieg blieb aus, doch die Mannschaft brachte Dylan Groenewegen bei zahlreichen Sprintankünften in eine aussichtsreiche Position. Mit etwas mehr Glück wäre ein Tagessieg durchaus möglich gewesen. Im Gebirge zeigte sich Wout Poels immer wieder in Ausreißergruppen. Gegen die starke Konkurrenz fehlten dem erfahrenen Niederländer am Ende jedoch die Mittel, um ernsthaft um einen Etappensieg zu kämpfen. Für ihren nächsten Auftritt bei einer Grand Tour – und einen solchen dürfte es bald geben – könnte die Mannschaft stärker auf Ausreißergruppen setzen.
Dversnes krönt den Giro für Uno-X Mobility
Mit Fredrik Dversnes Lavik konnte die norwegische Mannschaft Uno-X Mobility tatsächlich einen Etappensieg feiern. Der Norweger hatte mannschaftsintern sogar angekündigt, die Sprinter in Mailand ärgern zu wollen – und genau das gelang ihm auf eindrucksvolle Weise. Allein deshalb darf man die Italien-Rundfahrt für Uno-X Mobility schon als Erfolg verbuchen. Im Hochgebirge suchte Andreas Leknessund einmal mehr die Offensive und zeigte sich regelmäßig in aussichtsreichen Positionen. Über den zweiten Platz kam er beim Giro jedoch erneut nicht hinaus. Ein Fanliebling ist er mit Sicherheit geworden, so dass ihm in Zukunft viele Zuschauer den lang ersehnten Tagessieg wünschen würden.
XDS Astana sorgt für die Überraschung des Giro d’Italia 2026
XDS Astana kann durchaus als die große Überraschung des Giro d’Italia 2026 bezeichnet werden. Mit drei Etappensiegen hätten selbst die größten Optimisten innerhalb der Mannschaft nicht gerechnet. Den Anfang machte Guillermo Thomas Silva, der nicht nur eine Etappe gewann, sondern auch das Rosa Trikot tragen durfte. Später durften auch Davide Ballerini und Alberto Bettiol über jeweils einen Tagessieg jubeln. XDS Astana scheint damit endlich wieder ein Niveau zu haben, das an alte Zeiten erinnert. Früher kam bei nahezu jedem Rennen keine Fluchtgruppe ohne Astana zustande. Ein sogar noch besseres Ergebnis bei diesem Giro d’Italia wurde letztlich durch den Ausstieg von Christian Scaroni verhindert. Der Italiener war in der Gesamtwertung aussichtsreich platziert und hätte insbesondere in der dritten Woche noch um einen weiteren Etappensieg kämpfen können. So oder so verlief diese Italien-Rundfaht für die Kasachen absolut perfekt.



-> Ludovico Crescioli im Interview.


2 Gedanken zu „Die Giro d’Italia 2026 Zeugnisse der Teams – Von 1* bis 6“