Die 13. Etappe des Giro d’Italia sieht lange aus wie ein klassisches Teilstück für einen Massensprint. Doch das Finale kurz vor Verbania hat es in sich: Steigungen bis zu 13 Prozent lassen die Sprinter dann doch nicht vom Tagessieg träumen. Dieser geht an einen starken Puncheur – aus dem Peloton heraus oder der Fluchtgruppe.
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Vorschau auf die 13. Etappe: Alessandria > Verbania (189,0 km) am Freitag

Flachland bis zum punchy Finale am Lago Maggiore


Auf den ersten Blick wirkt die 13. Etappe wie ein klassischer Tag für die Sprinter – doch der Eindruck täuscht. Über rund 160 Kilometer führt die Strecke zunächst nahezu flach durch die Po-Ebene von Alessandria Richtung Norden. Breite, schnelle Straßen und mehrere größere Städte wie Casale Monferrato oder Vercelli prägen den ersten Teil des Tages. Neben Kreisverkehren und Verkehrsinseln dürften dort vor allem Wind und Positionskämpfe eine Rolle spielen. Die entscheidende Phase beginnt allerdings erst in den letzten 30 Kilometern. Dort sammelt sich praktisch die gesamte Schwierigkeit der Etappe. Nach der Fahrt entlang des westlichen Ufers des Lago Maggiore folgen mehrere kurze, aber anspruchsvolle Anstiege. Zunächst wartet Bieno mit moderaten Steigungen, ehe Ungiasca deutlich selektiver wird – mehrere Kilometer mit über zehn Prozent könnten das Feld auseinanderreißen. Nach der anschließenden Abfahrt geht es nach Verbania. Die letzten drei Kilometer verlaufendirekt am Seeufer entlang, zunächst schnell und breit, später etwas kurviger. Eine Etappe, die deutlich schwerer werden könnte, als ihr Profil zunächst vermuten lässt.
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Verbania liegt malerisch am piemontesischen Ufer des Lago Maggiore und entstand 1939 durch den Zusammenschluss mehrerer Orte. Die Stadt zieht sich entlang des Sees bis an die ersten Hänge der umliegenden Berge. Einst durch Industrie geprägt, entwickelte sich Verbania zunehmend zu einem beliebten Urlaubsort – begünstigt durch das milde Klima und die eindrucksvolle Landschaft.
Radikale Prognose: Giulio Ciccone darf seinen Etappensieg feiern

Wer möchte über 160 Kilometer lang die Fluchtgruppe kontrollieren, nur um dann im Finale möglicherweise festzustellen, dass der eigene Kapitän doch nicht die besten Beine hat? Diese Frage müssen wir uns bei der Prognose stellen, denn während bei einer Sprintankunft die Verhältnisse klar sind, lassen Etappenankünfte wie die morgige immer Raum für alternative Geschichten. Daher gehe ich davon aus – wenn Movistar sich nicht wieder einbildet, mit Orluis Aular das Finale zu überstehen – dass eine Fluchtgruppe den Tagessieg unter sich ausmachen darf. Die arbeitet bis zum Fuße des ersten Berges gut zusammen, nur um dann völlig auseinanderzufallen. Wir werden zwei Rennen in einem zu sehen bekommen: Vorne gehts um den Etappensieg, hinten gehts um das Gesamtklassement. Denn auch Angriffe der Favoriten sind an diesem Berg möglich, auch wenn man nicht viel Zeit gewinnen kann. Unser Tipp auf den Etappensieg ist Giulio Ciccone [Lidl – Trek]. Der Italiener hat es jetzt oft versucht und hatte kein Glück. Morgen wird sich das ändern.
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3 Gedanken zu „Giro d’Italia 2026 – 13. Etappe: Vorschau, Prognose & Favoriten“