Volta a Catalunya 2026 Vorschau: Bereits zum 105. Mal wird die Katalonien-Rundfahrt ausgetragen. Und die Startliste kann sich sehen lassen. Obwohl auch Jonas Vingegaard und Joao Almeida am Start stehen, richten sich die Augen vor allem auf Remco Evenepoel. Deutschlands Hoffnungen ruhen auf Florian Lipowitz.

Volta a Catalunya 2026 Vorschau: Drei entscheidende Etappen
Schon immer war die Katalonien-Rundfahrt eine Angelegenheit für die Bergfahrer und Puncheure. So wird es auch 2026 sein. Nachdem die ersten drei Tage vielleicht noch etwas für die Sprinter sind, wird es danach bergig. Die Etappen vier, fünf und sechs werden über den Gesamtsieg entscheiden. Nur wenn es äußerst knapp sein sollte, kann auch das letzte Teilstück noch für Veränderungen sorgen. Es ist jedoch stark damit zu rechnen, dass bei den drei Bergankünften bereits so klare Abstände entstehen, dass das Podium gefestigt ist. Wenn das Peloton am Donnerstag nach Vallter (11,4 km a 7,6 %), am Freitag nach La Molina (16,5 km a 7,2 %) und am Samstag nach Queralt (6 km a 7,0 %) fährt, wird es keine Zweifel mehr über den Gesamtsieger geben.

Katalonien-Rundfahrt 2026 Favoriten: Vingegaard, Evenepoel, Almeida
Die Startliste der Volta a Catalunya liest sich fast wie das Aufgebot einer Grand Tour. Red Bull – Bora – hansgrohe schickt eine Doppelspitze mit Remco Evenepoel und Florian Lipowitz ins Rennen. Das UAE Team Emirates – XRG setzt auf Joao Almeida. Der zweifache Toursieger Jonas Vingegaard ist Kapitän bei Visma | Lease a Bike. Und Lidl – Trek hat mit Giulio Ciccone, Derek Gee-West und Mattias Skjelmose gleich drei heiße Eisen im Feuer. Und da haben wir über Mikel Landa [Soudal – Quick-Step], Oscar Onley [Ineos Grenadiers], Felix Gall [Decathlon CMA CGM ], Lenny Martinez [Bahrain – Victorious], Thomas Pidcock [Pinarello Q36.5] und Richard Carapaz [EF Education – EasyPost] sowie Enric Mas [Movistar] noch gar nicht gesprochen. Wahnsinn! Favorit des Rennens aber muss trotz der starken Konkurrenz natürlich Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike] sein. Der Däne präsentierte sich bei seinem bisher einzigen Auftritt in dieser Saison souverän. Er gewann bei Paris-Nizza zwei Etappen, die Gesamt-, Punkte- und Bergwertung. Was will man mehr?
Remco Evenepoel steht schon unter Druck
Eigentlich ist auch Remco Evenepoel [Red Bull – Bora – hansgrohe] erfolgreich ins Jahr gestartet. Der Belgier gewann nach seinem Teamwechsel direkt seine ersten drei Rennen bei der Mallorca Challenge. Anschließend feierte er zwei Etappen- und den Gesamtsieg bei der Volta Comunitat Valenciana. Dann folgte der Einbruch bei der UAE Tour. Der Zeitfahrweltmeister war nicht konkurrenzfähig, wurde nur Gesamtzehnter. Bei den Bergankünften wurde er frühzeitig abgehängt, auch von Fahrern, die er eigentlich im Griff haben muss. Teamintern war die Rede davon, dass Remco zu Saisonbeginn an solchen Bergen immer mal wieder Schwierigkeiten hat. Doch es ließ sich nicht verbergen, dass die Enttäuschung groß war – sowohl bei ihm selbst, als auch bei seiner Mannschaft. Nun tritt er bei der Volta a Catalunya gegen zahlreiche Topfahrer an und das bei drei Bergankünften. Es wird sich also zeigen, wie stark Remco Evenepoel wirklich ist.
Sebastian Berwick ist bei der Volta a Catalunya 2026 unser Dark Horse
Die Top 10 der Gesamtwertung dürften bei dieser Startliste fast schon vergeben sein. Zu viele Topfahrer, die auch bei einer Grand Tour aufs Podium fahren könnten, sind hier mit dabei. Dennoch gibt es einen Fahrer, den man auch bei all diesen großen Namen nicht unterschätzen sollte: Sebastian Berwick. Der Australier ist 26 Jahre alt und fährt für den spanischen zweitdivisionär Caja Rural – Seguros RGA. In seiner Karriere hat er bislang ein Rennen gewonnen, eine Etappe bei der Tour of Hainan. Dennoch ist er kein unbeschriebenes Blatt, versuchte zuvor sein Glück im Team Israel – Premier Tech und wurde 2023 bei einer Giro-Etappe Tagesdritter. Auf den ganz großen Erfolg wartet er noch, aber 2026 präsentiert er sich wirklich stark. So fuhr er bei der Tour of Oman auf dem Eastern Mountain auf Platz vier und beim Green Mountain auf Platz sieben. Nach dem sechsten Gesamtrang war Zeit für eine kleine Pause. Zurückgekommen ist er erst vor wenigen Tagen als Siebter bei Mailand-Turin, eine ebenfalls starke Leistung. Natürlich wird es trotzdem schwer für ihn, bei der Volta a Catalunya 2026 in die Top 10 zu fahren, aber sicher lohnt es sich, diesen Mann weiter zu beobachten.

2011 wurde Michele Scarponi nachträglich zum Sieger erklärt
Dass sich die Startliste und dementsprechend auch die Siegerliste der Volta a Catalunya immer schon gut lesen ließ, sehen wir auch im Jahr 2011. Damals gewann Alberto Contador die Katalonien-Rundfahrt vor Michele Scarponi und Dan Martin. Namhafte Fahrer wie Chris Horner, Rigoberto Uran, Ivan Basso und Cadel Evans haben das Podium verpasst. Naja, nicht ganz. Denn Chris Horner ist auf Rang drei nachgerückt, nachdem Alberto Contador nachträglich gesperrt wurde. So durfte sich Michele Scarponi über seinen ersten und einzigen Gesamtsieg bei der Volta a Catalunya freuen. Es war der Beginn seiner erfolgreichsten Saison. Der Italiener gewann wenige Wochen später den Giro d’Italia – wieder nachträglich, weil Contador gesperrt wurde. Knapp sechs Jahre später verstarb Michele Scarponi bei einem Trainingsunfall. Ein Autofahrer nahm ihm die Vorfahrt. Er wurde nur 37 Jahre alt.
Volta a Catalunya 2026 Vorschau auf alle Etappenprofile









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