Mit der 14. Etappe des Giro d’Italia wartet ein wahres Kletter-Spektakel auf die Fahrer. Zwar sind nur 133 Kilometer von Aosta nach Pila zu absolvieren – aber die haben es in sich. Ein ständiges Auf und Ab wird für Abstände sorgen und uns einige Fragen beantworten, die wir uns im Bezug auf die Gesamtwertung stellen.
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Vorschau auf die 14. Etappe: Aosta > Pila (133 km) am Samstag

Von Aosta nach Pila: Ein Berg-Festival auf 133 Kilometern

Die 14. Etappe dürfte zu den härtesten Alpenprüfungen dieser Rundfahrt gehören. Erholung? Fehlanzeige. Vom Start weg geht es auf die lange Auffahrt nach Saint-Barthélémy, ehe eine schnelle Abfahrt folgt. Danach reiht sich ein Anstieg an den nächsten: Valpelline, Doues, Lin Noi und Verrogne sorgen für ein ständiges Auf und Ab. Die Kombination aus kurzen Erholungsphasen und zahlreichen Anstiegen könnte die Beine zermürben. Das Finale führt zur letzten großen Selektion. Die Schlusssteigung zieht sich fast durchgehend bergauf mit rund 9 % Steigung, ehe drei Kilometer vor dem Ziel sogar Rampen bis 11 % warten – perfekte Bedingungen für Attacken der Klassementfahrer.
Aosta, Hauptstadt des Aostatals, liegt mitten in den Alpen am Schnittpunkt wichtiger Täler und Passrouten. Die Stadt wurde 25 v. Chr. von den Römern als Augusta Praetoria gegründet und besitzt bis heute beeindruckende Zeugnisse dieser Zeit: Stadtmauern, Stadttore, ein Theater und den Augustusbogen. Im Mittelalter blieb Aosta ein strategisches und Verwaltungszentrum. Heute ist sie das politische und kulturelle Herz der Region.
Pila liegt oberhalb von Aosta in der Gemeinde Gressan. Der Alpenort befindet sich auf einer natürlichen Terrasse mit weitem Blick über das Tal und die umliegenden Gipfel. Bekannt wurde Pila als Wintersportgebiet, ist per Seilbahn direkt mit Aosta verbunden und lockt inzwischen auch im Sommer mit Wanderwegen und alpiner Natur.
Jetzt oder nie: Der Kampf ums Bergtrikot muss heute beginnen
Neben dem Etappensieg und wertvollen Sekunden für die Gesamtwertung geht es morgen vor allem um die Bergwertung. Das Blaue Trikot sitzt aktuell sicher auf den Schultern von Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike]. Will irgendein Fahrer dem Dänen dieses Trikot noch abnehmen, muss er morgen in die Fluchtgruppe. Unterwegs gibt es nämlich viele Zähler einzusammeln. Zusammengerechnet könnte sich der stärkste Bergfahrer 107 Punkte gutschreiben lassen, wenn man den Schlussanstieg nicht mit einrechnet. Mögliche Kandidaten für so einen Ritt ins Blaue Trikot sind Giulio Ciccone [Lidl – Trek], Alessandro Pinarello [NSN], Enric Mas [Movistar] und Igor Arrieta [UAE – XRG]. Versuchen werden es wohl auch Mattia Bais [Polti VisitMalta] und Diego Pablo Sevilla [Polti VisitMalta], aber die beiden sind vermutlich zu schwach.
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| Platz | Fahrer | Team | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Jonas Vingegaard | Team Visma | Lease a Bike | 111 |
| 2 | Diego Pablo Sevilla | Team Polti VisitMalta | 63 |
| 3 | Felix Gall | Decathlon CMA CGM Team | 48 |
| 4 | Mattia Bais | Team Polti VisitMalta | 30 |
| 5 | Einer Rubio | Movistar Team | 27 |
| 6 | Enric Mas | Movistar Team | 21 |
| 7 | Igor Arrieta | UAE Team Emirates – XRG | 18 |
| 8 | Nelson Oliveira | Movistar Team | 18 |
| 9 | Jhonatan Narváez | UAE Team Emirates – XRG | 17 |
| 10 | Afonso Eulálio | Bahrain – Victorious | 16 |
Radikale Prognose: Jonas Vingegaard stellt endgültig die Verhältnisse klar
Ohne Zweifel ist Jonas Vingegaard [Visma | Lease a Bike] beim diesjährigen Giro d’Italia der stärkste Kletterer. Sein schwaches Zeitfahren hat aber gezeigt, dass der Däne nicht in absoluter Topform unterwegs ist. Dennoch wird es auch morgen reichen, um den Unterschied zu machen und endgültig klarzustellen, dass der Gesamtsieg nur über ihn gehen wird. Vingegaard wird das Rosa Trikot übernehmen und das Teilstück vermutlich vor Felix Gall [Decathlon CMA CGM] für sich entscheiden. Der Österreicher hat das Zeitfahren überstanden und ist jetzt wieder voll in seinem Element. Er nimmt Kurs auf Rang zwei in der Gesamtwertung. Dahinter wird es eng. Thymen Arensman [Netcompany Ineos] macht einen guten Eindruck, auch Derek Gee-West [Lidl – Trek] scheint immer stärker zu werden. Die große Frage ist, wie sich Giulio Pellizzari [Red Bull – Bora – hansgrohe] und Jai Hindley [Red Bull – Bora – hansgrohe] präsentieren werden. Auch die Kapitänsrolle bei Tudor ist noch nicht geklärt. Michael Storer und Mathys Rondel haben sich bislang beide stark präsentiert. Afonso Eulalio [Bahrain – Victorious] wird Rosa verlieren, aber verliert er auch alle Hoffnungen aufs Podium?
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